
Die Frau des gefallenen Hitlersoldaten Erich Zweig hat recht. Die großen, vollklingenden Glocken wurden von den deutschen Kirchtürmen heruntergeholt und in den deutschen Kanonenfabriken zu Geschützrohren umgeschmolzen. Es blieben nur noch die kleinen, ärmlichen Glöcklein, die das Volk heute als „Armesünderglöcklein“ bezeichnet, als „Totenglöcklein“. Und – ein furchtbarer Hohn auf Weihnachten, dieses Fest des Lebens und der Freude, da sonst die ganze Familie fröhlich unter dem Weihnachtsbaum vereint war und sich gegenseitig beschenkte, da in brausendem Jubelgeläut die mächtigen Glocken von allen Türmen durch Deutschland klangen – heute wimmern zu Weihnachten die „Totenglöcklein“ durchs Land, während die einsamen Frauen und Mütter mit Tränen der Verzweiflung in den Augen in die schwarze Kriegsnacht lauschen. Und viele dieser einsamen Mütter und Frauen werden durch das Bimmeln und Wimmern des „Totenglöckleins“ das Todesröcheln und Wimmern eines deutschen Soldaten hören, fern in der endlosen, schneeverwehten Kosakensteppe, und sie werden sich fragen: Musste das wirklich sein? Welcher Teufel hat meinen Jungen, meinen Mann in diesen dreimal verruchten Krieg nach Russland geschickt?
Das Weihnachtsglöcklein
Das Weihnachtsglöcklein erzählt die Geschichte eines bedrückenden Weihnachtsfestes im vierten Kriegsjahr des Zweiten Weltkriegs. Während die großen Kirchenglocken eingeschmolzen und zu Kriegswaffen umgeformt wurden, bleibt in den Herzen der deutschen Frauen und Mütter nur das leise, schmerzvolle Läuten eines kleinen Glöckchens – des Totenglöckchens. In Briefen und Tagebucheinträgen werden die Grauen des Krieges, die Hoffnungslosigkeit und der Verlust von geliebten Menschen spürbar. Diese eindringliche Erzählung wirft einen ungeschönten Blick auf die Kriegsweihnachten und bringt die tiefsten Ängste und Trauer derer zum Ausdruck, die zu Hause ausharren. Ein bewegendes Zeugnis des unermesslichen Leids und der leisen Sehnsucht nach Frieden.
Beschreibung
Das Weihnachtsglöcklein erzählt die Geschichte eines bedrückenden Weihnachtsfestes im vierten Kriegsjahr des Zweiten Weltkriegs. Während die großen Kirchenglocken eingeschmolzen und zu Kriegswaffen umgeformt wurden, bleibt in den Herzen der deutschen Frauen und Mütter nur das leise, schmerzvolle Läuten eines kleinen Glöckchens – des Totenglöckchens. In Briefen und Tagebucheinträgen werden die Grauen des Krieges, die Hoffnungslosigkeit und der Verlust von geliebten Menschen spürbar. Diese eindringliche Erzählung wirft einen ungeschönten Blick auf die Kriegsweihnachten und bringt die tiefsten Ängste und Trauer derer zum Ausdruck, die zu Hause ausharren. Ein bewegendes Zeugnis des unermesslichen Leids und der leisen Sehnsucht nach Frieden.
Bibliografische Angaben
| Erstveröffentlichung | 15342 |
|---|---|
| E-Book-Ausgabe | 24.09.2024 |
| Seiten | 13 |
| ISBN (EPUB) | 978-3-68912-267-6 |
| ISBN (PDF) | 978-3-68912-268-3 |
| ASIN (Kindle) | B0DHQYRC94 |
| Verlag | EDITION digital |
| Sprache | deutsch |
Schlagwörter
KriegsweihnachtenTotenglöckchenRusslandfeldzugStalingradVerlustTrauerEinsamkeitHeimatSoldatenbriefeSchlachtfeldVerzweiflungFrauen im KriegHungerGlockenläutenWehrmachtHoffnungslosigkeitSchicksalKriegsverbrechenFriedenssehnsuchtSchuldfrageZweiter WeltkriegWeihnachtsglöckleinTotenglöckleinWeihnachtenLeseprobe
Die Frau des gefallenen Hitlersoldaten Erich Zweig hat recht. Die großen, vollklingenden Glocken wurden von den deutschen Kirchtürmen heruntergeholt und in den deutschen Kanonenfabriken zu Geschützrohren umgeschmolzen. Es blieben nur noch die kleinen, ärmlichen Glöcklein, die das Volk heute als „Armesünderglöcklein“ bezeichnet, als „Totenglöcklein“. Und – ein furchtbarer Hohn auf Weihnachten, dieses Fest des Lebens und der Freude, da sonst die ganze Familie fröhlich unter dem Weihnachtsbaum vereint war und sich gegenseitig beschenkte, da in brausendem Jubelgeläut die mächtigen Glocken von allen Türmen durch Deutschland klangen – heute wimmern zu Weihnachten die „Totenglöcklein“ durchs Land, während die einsamen Frauen und Mütter mit Tränen der Verzweiflung in den Augen in die schwarze Kriegsnacht lauschen. Und viele dieser einsamen Mütter und Frauen werden durch das Bimmeln und Wimmern des „Totenglöckleins“ das Todesröcheln und Wimmern eines deutschen Soldaten hören, fern in der endlosen, schneeverwehten Kosakensteppe, und sie werden sich fragen: Musste das wirklich sein? Welcher Teufel hat meinen Jungen, meinen Mann in diesen dreimal verruchten Krieg nach Russland geschickt?
Friedrich Wolf
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