
Der „sichere Unterstand“ war unter der viel zu großen Last des Eisens und der schweren Steinquader zusammengebrochen, ohne dass eine Granate niedergegangen war. Vergebens mühten sich einige Landser, die schweren Bruchsteine in dem Gewirr von Eisen und Holz wegzuschaffen und die Begrabenen herauszubuddeln. Auch mein Unteroffizier und ich, wir zerrten mit vielen Hau-rucks an den Eisenschienen und schweren Blöcken. Ohne Stemmeisen und Äxte war jedoch hier nichts zu machen. Wir schaufelten noch mit kleinen Spaten und mit Kochgeschirren. Wir riefen die Namen der Verschütteten. Keine Antwort. In das Schweigen fiel die Stimme meines Unteroffiziers; es war nur ein Wort, das raue Wort des Feldsoldaten, das mir heute noch im Ohr klingt, unerbittlich und eindeutig, das Wort „Knochenmatsch“. Er hatte recht, der Unteroffizier, wie wir im Morgengrauen mit Hilfe eines Pionierkommandos feststellten … Knochenmatsch.
Der sichere Unterstand
Im Jahr 1916 an der Westfront: Ein Abteilungsarzt erlebt die brutale Realität des Krieges, als die Schlacht an der Somme tobt. Unter ständigem Trommelfeuer kämpft die Truppe nicht nur gegen den Feind, sondern auch gegen die innere Zerrissenheit ihrer Führung. Ein „sicherer“ Unterstand, überladen mit Eisenbahnschienen und Bruchsteinen, symbolisiert die wahnwitzige Sicherheit der Kriegsmaschinerie. Als der Unterstand ohne feindliche Einwirkung zusammenbricht, wird klar, dass übertriebene Vorsicht oft mehr zerstören kann, als sie schützt. Diese dramatische Erzählung wirft ein packendes Licht auf die zerstörerische Absurdität des Krieges – damals wie heute. Eine Parabel über Übermut, Krieg und den Preis falscher Sicherheit.
Beschreibung
Im Jahr 1916 an der Westfront: Ein Abteilungsarzt erlebt die brutale Realität des Krieges, als die Schlacht an der Somme tobt. Unter ständigem Trommelfeuer kämpft die Truppe nicht nur gegen den Feind, sondern auch gegen die innere Zerrissenheit ihrer Führung. Ein „sicherer“ Unterstand, überladen mit Eisenbahnschienen und Bruchsteinen, symbolisiert die wahnwitzige Sicherheit der Kriegsmaschinerie. Als der Unterstand ohne feindliche Einwirkung zusammenbricht, wird klar, dass übertriebene Vorsicht oft mehr zerstören kann, als sie schützt. Diese dramatische Erzählung wirft ein packendes Licht auf die zerstörerische Absurdität des Krieges – damals wie heute. Eine Parabel über Übermut, Krieg und den Preis falscher Sicherheit.
Bibliografische Angaben
| Erstveröffentlichung | 19725 |
|---|---|
| E-Book-Ausgabe | 24.09.2024 |
| Seiten | 12 |
| ISBN (EPUB) | 978-3-68912-253-9 |
| ISBN (PDF) | 978-3-68912-254-6 |
| ASIN (Kindle) | B0DHPLX4DD |
| Verlag | EDITION digital |
| Sprache | deutsch |
Schlagwörter
Absurdität des KriegesErster WeltkriegFrontlinieKriegsführungKriegsnervenKriegsparabelKriegsrealitätKriegsstrategieKritik an AufrüstungMenschenmaterialMilitärische BefehlshaberSanitäterSichere UnterständeSicherheit vs. ZerstörungSoldatenschicksaleSomme-SchlachtSymbolik des KriegesTodesgefahrTrommelfeuerÜbermutSommeWestfrontUnterstandAbteilungsarztLeseprobe
Der „sichere Unterstand“ war unter der viel zu großen Last des Eisens und der schweren Steinquader zusammengebrochen, ohne dass eine Granate niedergegangen war. Vergebens mühten sich einige Landser, die schweren Bruchsteine in dem Gewirr von Eisen und Holz wegzuschaffen und die Begrabenen herauszubuddeln. Auch mein Unteroffizier und ich, wir zerrten mit vielen Hau-rucks an den Eisenschienen und schweren Blöcken. Ohne Stemmeisen und Äxte war jedoch hier nichts zu machen. Wir schaufelten noch mit kleinen Spaten und mit Kochgeschirren. Wir riefen die Namen der Verschütteten. Keine Antwort. In das Schweigen fiel die Stimme meines Unteroffiziers; es war nur ein Wort, das raue Wort des Feldsoldaten, das mir heute noch im Ohr klingt, unerbittlich und eindeutig, das Wort „Knochenmatsch“. Er hatte recht, der Unteroffizier, wie wir im Morgengrauen mit Hilfe eines Pionierkommandos feststellten … Knochenmatsch.
Friedrich Wolf
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