
Am Großmast hängt eine einsame Lampe, die im Wind schaukelt und fast kein Licht spendet. Aufatmend erreicht Vanessa das Deck. Zum Glück hat sie das Museumsschiff ja gerade erst besichtigt, sodass sie sich an Bord bestens auskennt. Sie huscht in einen Korridor, an dessen Ende die Kapitänskajüte liegt. Die Tür ist nur angelehnt. Das Schnarchen Schwarzbarts klingt wie das Rasseln einer Kette. Aus dem Raum dringt ein scharfer Geruch nach Rum und Mäusedreck.
Vorsichtig schiebt sich Vanessa durch die knarrende Tür und blickt in die Kajüte. Flach pendelt eine blecherne Öllampe in der Mitte des Raumes und verbreitet ein rötliches Licht. Umso besser, denkt Vanessa, da habe ich die Kette gleich gefunden. Schwarzbart liegt auf seiner Koje und schläft tief und fest. Er hat kein einziges Kleidungsstück ausgezogen, nicht einmal die Stiefel. Aber wo ist die Kette? Um den Hals trägt Schwarzbart sie nicht. Vanessa blickt sich suchend um. In einer Ecke steht eine halb offene Seemannskiste, in der es weiß blitzt. Dort liegt die Kette inmitten von dicken Wein- und Schnapsflaschen!
Vanessa schiebt sie rasch in ihre Hosentasche. Super, Vanessa, lobt sie sich. Du bist die coolste Vanessa der Welt!
Auf Zehenspitzen verlässt sie den Raum und schleicht hinauf an Deck. Sekunden später hat sie die Strickleiter gepackt und beginnt den schaukelnden Aufstieg.
»Bist du es, Vanessa?«, hört sie Julia flüstern. »Klaro«, erwidert Vanessa und steigt in das Krähennest. Stolz zeigt sie Julia ihre Beute. »Schwarzbarts Kette«, flüstert Julia andächtig.
Ihre Finger fahren über den neuen Besitztum der Haifischbande.
»Die Zähne sind größer als bei unserem Hai. Das muss ein riesiges Tier gewesen sein. Ehrlich.« Und sie denkt: Wenn Schwarzbart uns erwischt, wirft er uns den Fischen, die solche Zähne haben, zum Fraß vor.
Der Mond tritt zwischen den Wolken hervor. Das Schiff hinterlässt nun auf dem Wasser eine silbrig schimmernde Spur.
Plötzlich hält Vanessa die Luft an. »Da kommt einer hoch«, flüstert sie.
Reglos hocken die Mädchen nebeneinander.
Da taucht ein Kopf über dem Rand des Krähennestes auf. Die beiden atmen auf: Es ist Long Basti!
»Schwarzbart will uns auf der Schatzinsel aussetzen«, sagt er. »Ihr müsst da mit.«
Julia nickt besorgt. »Sonst kommen wir nicht mehr nach Hause, wenn Old Krusemann die Kugel dreht.«
Vanessa kaut auf einer Haarsträhne.
»Morgen, wenn es hell wird«, schlägt Julia vor, »klettern wir nach unten. Dann setzt uns Schwarzbart bestimmt alle zusammen aus.«
»Dann sind wir ja auf der Schatzinsel!«, ruft Vanessa begeistert. »Dort, wo wir hinwollten!«
Long Basti legt ihr die Hand auf den Mund. »Es ist unsere einzige Chance«, sagt er dann leise. »Ich schwirr wieder ab.«
Schatzsuche auf der Totenkopfinsel. Die Haifisch-Bande auf Zeitreisen, 1. Teil
Julia und Vanessa, Long Basti und Specki gehören zur Haifisch-Bande, die ihr Domizil in der alten Fischfabrik hat. Das Wahrzeichen ihrer Clique ist die Fahne mit dem Haifisch. Heute ist ihnen langweilig und daher gehen sie zu Old Krusemann, dem alten Seebären. Der besitzt eine geheimnisvolle Glaskugel, über die er allerdings nichts sagen will.Aber dann erfahren sie doch, dass diese Glaskugel das größte Geheimnis birgt, das Old Krusemann kennt. Das allergrößte. Die Glaskugel ist eine Zeitkugel, mit der man an jeden Ort und in jede Zeit reisen kann. Und auch wenn es Julia und Vanessa, Long Bast und Specki anfangs natürlich nicht glauben wollen, probieren sie es aus und begeben sich auf ihre erste Zeitreise zu den Piraten. Und dort erleben sie gefährliche Abenteuer …
Beschreibung
Julia und Vanessa, Long Basti und Specki gehören zur Haifisch-Bande, die ihr Domizil in der alten Fischfabrik hat. Das Wahrzeichen ihrer Clique ist die Fahne mit dem Haifisch. Heute ist ihnen langweilig und daher gehen sie zu Old Krusemann, dem alten Seebären. Der besitzt eine geheimnisvolle Glaskugel, über die er allerdings nichts sagen will.
Aber dann erfahren sie doch, dass diese Glaskugel das größte Geheimnis birgt, das Old Krusemann kennt. Das allergrößte. Die Glaskugel ist eine Zeitkugel, mit der man an jeden Ort und in jede Zeit reisen kann. Und auch wenn es Julia und Vanessa, Long Bast und Specki anfangs natürlich nicht glauben wollen, probieren sie es aus und begeben sich auf ihre erste Zeitreise zu den Piraten. Und dort erleben sie gefährliche Abenteuer …
Bibliografische Angaben
| Erstveröffentlichung | 01.01.2000 |
|---|---|
| E-Book-Ausgabe | 06.05.2014 |
| Seiten | 82 |
| ISBN (EPUB) | 978-3-86394-495-7 |
| ISBN (PDF) | 978-3-86394-652-4 |
| ASIN (Kindle) | B00WWU0EXY |
| Verlag | EDITION digital |
| Sprache | deutsch |
Schlagwörter
ZeitreisePiratenschiffSeeräuberSchatzinselHaifisch-BandeJuliaVanessaLong BastiSpeckiOld KrusemannGlaskugelZeitkugelPiratenSchwarzbartHaifischketteTotenkopfinselSchatzsucheKinderabenteuerMuseumsschiffLeseprobe
Am Großmast hängt eine einsame Lampe, die im Wind schaukelt und fast kein Licht spendet. Aufatmend erreicht Vanessa das Deck. Zum Glück hat sie das Museumsschiff ja gerade erst besichtigt, sodass sie sich an Bord bestens auskennt. Sie huscht in einen Korridor, an dessen Ende die Kapitänskajüte liegt. Die Tür ist nur angelehnt. Das Schnarchen Schwarzbarts klingt wie das Rasseln einer Kette. Aus dem Raum dringt ein scharfer Geruch nach Rum und Mäusedreck.
Vorsichtig schiebt sich Vanessa durch die knarrende Tür und blickt in die Kajüte. Flach pendelt eine blecherne Öllampe in der Mitte des Raumes und verbreitet ein rötliches Licht. Umso besser, denkt Vanessa, da habe ich die Kette gleich gefunden. Schwarzbart liegt auf seiner Koje und schläft tief und fest. Er hat kein einziges Kleidungsstück ausgezogen, nicht einmal die Stiefel. Aber wo ist die Kette? Um den Hals trägt Schwarzbart sie nicht. Vanessa blickt sich suchend um. In einer Ecke steht eine halb offene Seemannskiste, in der es weiß blitzt. Dort liegt die Kette inmitten von dicken Wein- und Schnapsflaschen!
Vanessa schiebt sie rasch in ihre Hosentasche. Super, Vanessa, lobt sie sich. Du bist die coolste Vanessa der Welt!
Auf Zehenspitzen verlässt sie den Raum und schleicht hinauf an Deck. Sekunden später hat sie die Strickleiter gepackt und beginnt den schaukelnden Aufstieg.
»Bist du es, Vanessa?«, hört sie Julia flüstern. »Klaro«, erwidert Vanessa und steigt in das Krähennest. Stolz zeigt sie Julia ihre Beute. »Schwarzbarts Kette«, flüstert Julia andächtig.
Ihre Finger fahren über den neuen Besitztum der Haifischbande.
»Die Zähne sind größer als bei unserem Hai. Das muss ein riesiges Tier gewesen sein. Ehrlich.« Und sie denkt: Wenn Schwarzbart uns erwischt, wirft er uns den Fischen, die solche Zähne haben, zum Fraß vor.
Der Mond tritt zwischen den Wolken hervor. Das Schiff hinterlässt nun auf dem Wasser eine silbrig schimmernde Spur.
Plötzlich hält Vanessa die Luft an. »Da kommt einer hoch«, flüstert sie.
Reglos hocken die Mädchen nebeneinander.
Da taucht ein Kopf über dem Rand des Krähennestes auf. Die beiden atmen auf: Es ist Long Basti!
»Schwarzbart will uns auf der Schatzinsel aussetzen«, sagt er. »Ihr müsst da mit.«
Julia nickt besorgt. »Sonst kommen wir nicht mehr nach Hause, wenn Old Krusemann die Kugel dreht.«
Vanessa kaut auf einer Haarsträhne.
»Morgen, wenn es hell wird«, schlägt Julia vor, »klettern wir nach unten. Dann setzt uns Schwarzbart bestimmt alle zusammen aus.«
»Dann sind wir ja auf der Schatzinsel!«, ruft Vanessa begeistert. »Dort, wo wir hinwollten!«
Long Basti legt ihr die Hand auf den Mund. »Es ist unsere einzige Chance«, sagt er dann leise. »Ich schwirr wieder ab.«
Inhaltsverzeichnis
Die Haifisch-Bande
Ein toller Plan
Der Flug in die Finsternis
Piratenkapitän Schwarzbart
Der Raub der Haifischkette
Die Totenkopfinsel
Die geheimnisvolle Höhle
Eine schlimme Nachricht
Abschied für immer
Jan Flieger
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