
Über die Erlebnisse, die der König in der Königlichen Eisenbahn hatte, schrieb er einen Bericht und veröffentlichte ihn auf der ersten Seite vom „Neuen Maien-Land“ unter dem Titel „Meine Reise mit der Königlichen Eisenbahn.“ Ergänzt war der Bericht durch Fotos des unfreundlichen Fahrkartenfräuleins und des Mannes am Büfett, die die „Schleife der Unfreundlichkeit“ bekamen.
Auch im Königlichen Rat wurde diese Reise ausgewertet. Der Verkehrsminister wollte das Ganze nicht recht glauben und sprach von ungünstigen Zufällen.
„Wann sind Sie das letzte Mal Eisenbahn gefahren?“, fragte der König.
Der Verkehrsminister dachte nach, schwindeln konnte er nicht, denn Katze Kicki saß dabei und sah ihn aufmerksam an. Also antwortete er ehrlich: „Vor etwa zehn Jahren, Majestät. Damals war alles in Ordnung.“
„Nun, dann war es vor zehn Jahren eben noch besser mit der Königlichen Eisenbahn bestellt“, meinte der König und diktierte einen Erlass.
Erstens: Jeder Bahnhof hat ein gastlicher und freundlicher Ort zu sein. Platzkarten werden jeden Tag vergeben.
Zweitens: Die Züge haben pünktlich zu fahren, sauber zu sein, mit Speisewagen, warmen und kalten Speisen und mit Waschgelegenheiten.
Drittens: Jeder Zug, der länger als drei Stunden unterwegs ist, soll ein Buch- und Zeitschriftenabteil und einen Kinowagen haben.
„Und Sie werden jetzt jede Woche einmal Eisenbahn fahren und Ihre Mitarbeiter auch, um das ständig zu kontrollieren“, sagte der König zum Verkehrsminister.
Der Verkehrsminister verteidigte sich.
„Majestät. Sie müssen wissen, das alles ist ein Problem der Arbeitskräfte. Überall fehlt es an Personal bei der Königlichen Eisenbahn.“
„Dann müssen wir gemeinsam darüber nachdenken, warum so wenig Leute dort arbeiten wollen. Wir müssen die Königliche Eisenbahn wieder attraktiv machen, durch höhere Gehälter, schmucke Uniformen, zahlreiche Vergünstigungen und Bedingungen schaffen, dass die Leute große Lust bekommen, dort zu arbeiten. Machen Sie sich mit Ihren Mitarbeitern Gedanken und geben Sie mir Ihre Vorschläge nächste Woche schriftlich.“
Der Verkehrsminister trat ab.
Der König hatte einen Befehl erlassen, dass alle Minister ähnlich wie er jetzt im Land herumreisten und Besuche machten, die nicht angekündigt waren.
Der Gesundheitsminister besuchte die Krankenhäuser, der Gerichtsminister die Gefängnisse, der Bauminister die Baustellen – und immer überraschend.
Die Berichte über diese Besuche mussten dann mündlich im Königlichen Rat vorgetragen werden, ohne schöngefärbt zu sein. Und die Minister waren gezwungen, wahrheitsgemäß zu berichten, denn Kicki saß immer dabei und streckte die kleine Katzennase vor. Aufmerksam folgte sie jedem Satz.
Kicki und der König
Was würdest du tun, wenn du eine Katze kennenlernen würdest, die sprechen kann – und sogar dem König hilft?Kicki ist keine gewöhnliche Katze. Sie trägt eine Brille, schnurrt besonders klug und hat eine ganz besondere Fähigkeit: Sie kann die Wahrheit riechen. Als sie König Karl begegnet, merkt sie sofort, dass im Königreich nicht alles so läuft, wie es sollte.Also beschließt Kicki, dem König zu helfen. Gemeinsam ziehen sie durch das Land, hören den Menschen zu und entdecken, was wirklich los ist. Dabei geraten sie in viele lustige, spannende und manchmal auch ziemlich verrückte Situationen.Mit Witz, Fantasie und einer frechen Katze erzählt Christa Kožik eine Geschichte über Mut, Freundschaft und darüber, wie wichtig es ist, die Wahrheit zu sagen.Ein lustiges und kluges Abenteuer über eine ganz besondere Katze – und einen König, der noch viel lernen muss.
Beschreibung
Was würdest du tun, wenn du eine Katze kennenlernen würdest, die sprechen kann – und sogar dem König hilft?
Kicki ist keine gewöhnliche Katze. Sie trägt eine Brille, schnurrt besonders klug und hat eine ganz besondere Fähigkeit: Sie kann die Wahrheit riechen. Als sie König Karl begegnet, merkt sie sofort, dass im Königreich nicht alles so läuft, wie es sollte.
Also beschließt Kicki, dem König zu helfen. Gemeinsam ziehen sie durch das Land, hören den Menschen zu und entdecken, was wirklich los ist. Dabei geraten sie in viele lustige, spannende und manchmal auch ziemlich verrückte Situationen.
Mit Witz, Fantasie und einer frechen Katze erzählt Christa Kožik eine Geschichte über Mut, Freundschaft und darüber, wie wichtig es ist, die Wahrheit zu sagen.
Ein lustiges und kluges Abenteuer über eine ganz besondere Katze – und einen König, der noch viel lernen muss.
Bibliografische Angaben
| Erstveröffentlichung | 01.01.1990 |
|---|---|
| E-Book-Ausgabe | 10.03.2026 |
| Seiten | 307 |
| ISBN (EPUB) | 978-3-68912-653-7 |
| ISBN (PDF) | 978-3-68912-654-4 |
| ASIN (Kindle) | B0GRVNMHSR |
| Verlag | EDITION digital |
| Sprache | deutsch |
Schlagwörter
sprechende KatzeKatzeKönigAbenteuerFreundschaftWahrheitMutKinderbuchHumorMagieKönigreichFantasyAbenteuerreiseFreche KatzeTiergeschichteKinderabenteuerSchlossGeheimnisMutprobeFreundeLeseprobe
Über die Erlebnisse, die der König in der Königlichen Eisenbahn hatte, schrieb er einen Bericht und veröffentlichte ihn auf der ersten Seite vom „Neuen Maien-Land“ unter dem Titel „Meine Reise mit der Königlichen Eisenbahn.“ Ergänzt war der Bericht durch Fotos des unfreundlichen Fahrkartenfräuleins und des Mannes am Büfett, die die „Schleife der Unfreundlichkeit“ bekamen.
Auch im Königlichen Rat wurde diese Reise ausgewertet. Der Verkehrsminister wollte das Ganze nicht recht glauben und sprach von ungünstigen Zufällen.
„Wann sind Sie das letzte Mal Eisenbahn gefahren?“, fragte der König.
Der Verkehrsminister dachte nach, schwindeln konnte er nicht, denn Katze Kicki saß dabei und sah ihn aufmerksam an. Also antwortete er ehrlich: „Vor etwa zehn Jahren, Majestät. Damals war alles in Ordnung.“
„Nun, dann war es vor zehn Jahren eben noch besser mit der Königlichen Eisenbahn bestellt“, meinte der König und diktierte einen Erlass.
Erstens: Jeder Bahnhof hat ein gastlicher und freundlicher Ort zu sein. Platzkarten werden jeden Tag vergeben.
Zweitens: Die Züge haben pünktlich zu fahren, sauber zu sein, mit Speisewagen, warmen und kalten Speisen und mit Waschgelegenheiten.
Drittens: Jeder Zug, der länger als drei Stunden unterwegs ist, soll ein Buch- und Zeitschriftenabteil und einen Kinowagen haben.
„Und Sie werden jetzt jede Woche einmal Eisenbahn fahren und Ihre Mitarbeiter auch, um das ständig zu kontrollieren“, sagte der König zum Verkehrsminister.
Der Verkehrsminister verteidigte sich.
„Majestät. Sie müssen wissen, das alles ist ein Problem der Arbeitskräfte. Überall fehlt es an Personal bei der Königlichen Eisenbahn.“
„Dann müssen wir gemeinsam darüber nachdenken, warum so wenig Leute dort arbeiten wollen. Wir müssen die Königliche Eisenbahn wieder attraktiv machen, durch höhere Gehälter, schmucke Uniformen, zahlreiche Vergünstigungen und Bedingungen schaffen, dass die Leute große Lust bekommen, dort zu arbeiten. Machen Sie sich mit Ihren Mitarbeitern Gedanken und geben Sie mir Ihre Vorschläge nächste Woche schriftlich.“
Der Verkehrsminister trat ab.
Der König hatte einen Befehl erlassen, dass alle Minister ähnlich wie er jetzt im Land herumreisten und Besuche machten, die nicht angekündigt waren.
Der Gesundheitsminister besuchte die Krankenhäuser, der Gerichtsminister die Gefängnisse, der Bauminister die Baustellen – und immer überraschend.
Die Berichte über diese Besuche mussten dann mündlich im Königlichen Rat vorgetragen werden, ohne schöngefärbt zu sein. Und die Minister waren gezwungen, wahrheitsgemäß zu berichten, denn Kicki saß immer dabei und streckte die kleine Katzennase vor. Aufmerksam folgte sie jedem Satz.
Christa Kozik
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