
DREIUNDVIERZIGSTENS
Wie man vom deutlichen Hörensagen weiß, hat jener inkriminierte Geheimdienst, dem hier der weibliche Deckname Anastasia gegeben werden soll, mannigfach auch Wanzen eingesetzt. Und wer glaubte, Wanzen hinter Friseurspiegeln oder in Bidets oder Ohrclipwanzen oder Zahnplombenwanzen seien das Nonplusultra der Konspiration gewesen, der muß sich eines Besseren belehren lassen. Denn es existierten auch, die Akten wissen angeblich ein Lied davon zu singen, Pilililzwanzen, mit denen die tiefsinnigen Selbstgespräche der Förster von Staatsjagdgebieten abgehört wurden beziehungsweise die Gespräche mit ihren Hunden beziehungsweise die Gespräche ihrer Hunde mit ihnen. Für die Aufnahme dieser Wanzen eigneten sich am besten ausdauernde Baumpilililze der Arten Fomitopsis pinicola und Fomes fomentarius. Man bohrte sie auf Insektenweise von unten leicht an und ließ die Sächelchen gefühlvoll hineinflutschen.
Hutschmerz. Ein Nonsens-Traktat
Dies ist ein kleines Werk, das ein subalternes Wissenschaftsobjekt, den Pilz, bedenkenlos überhöht. Die einhundert kurzen, gleichsam mit aufgesetzter Narrenkappe geschriebenen Notizen heben das betreffende Gewächs, nicht ohne auch dessen besondere Biologie zu rühmen, auf die Stufe des Göttlichen, des Kosmischen. Sie behandeln sein angeblich universelles Wirken in Vergangenheit und Gegenwart, decken behauptete Verschwörungen auf, geißeln Pilzfeinde und loben die wahren Pilzanhänger, Darstellungsmittel wie Übertreibung, Verdrehung, Spekulation, Parodie, Verballhornung finden sich an allen Ecken und Enden.Wenn Regeln gelten, dann diese: Alles wird gegen den Strich gebürstet und manches gegen den Strich Gebürstete ein weiteres Mal. Das Unwahrscheinliche ist wahr, das Wahrscheinliche ist unwahr. Eine sich fachliterarisch gebende Clownerie, die aber viel mehr als über den Pilz, so die hintergründige Absicht, über die Befindlichkeiten des Menschen aussagen will.
Beschreibung
Dies ist ein kleines Werk, das ein subalternes Wissenschaftsobjekt, den Pilz, bedenkenlos überhöht. Die einhundert kurzen, gleichsam mit aufgesetzter Narrenkappe geschriebenen Notizen heben das betreffende Gewächs, nicht ohne auch dessen besondere Biologie zu rühmen, auf die Stufe des Göttlichen, des Kosmischen. Sie behandeln sein angeblich universelles Wirken in Vergangenheit und Gegenwart, decken behauptete Verschwörungen auf, geißeln Pilzfeinde und loben die wahren Pilzanhänger, Darstellungsmittel wie Übertreibung, Verdrehung, Spekulation, Parodie, Verballhornung finden sich an allen Ecken und Enden.
Wenn Regeln gelten, dann diese: Alles wird gegen den Strich gebürstet und manches gegen den Strich Gebürstete ein weiteres Mal. Das Unwahrscheinliche ist wahr, das Wahrscheinliche ist unwahr. Eine sich fachliterarisch gebende Clownerie, die aber viel mehr als über den Pilz, so die hintergründige Absicht, über die Befindlichkeiten des Menschen aussagen will.
Bibliografische Angaben
| Erstveröffentlichung | 01.01.2012 |
|---|---|
| E-Book-Ausgabe | 20.06.2012 |
| Seiten | 112 |
| ISBN (EPUB) | 978-3-86394-544-2 |
| ISBN (PDF) | 978-3-86394-553-4 |
| ASIN (Kindle) | B00WX5UZ82 |
| Verlag | EDITION digital |
| Sprache | deutsch |
Schlagwörter
PilzeBlücherNapoleonStasiDrogenFliegenpilzeMykologieTrüffelschweinSatireNonsensParodieHumorAbsurdesClownerieVerschwörungGeheimdienstWanzenFomitopsis pinicolaFomes fomentariusKurztexteTraktatLeseprobe
DREIUNDVIERZIGSTENS
Wie man vom deutlichen Hörensagen weiß, hat jener inkriminierte Geheimdienst, dem hier der weibliche Deckname Anastasia gegeben werden soll, mannigfach auch Wanzen eingesetzt. Und wer glaubte, Wanzen hinter Friseurspiegeln oder in Bidets oder Ohrclipwanzen oder Zahnplombenwanzen seien das Nonplusultra der Konspiration gewesen, der muß sich eines Besseren belehren lassen. Denn es existierten auch, die Akten wissen angeblich ein Lied davon zu singen, Pilililzwanzen, mit denen die tiefsinnigen Selbstgespräche der Förster von Staatsjagdgebieten abgehört wurden beziehungsweise die Gespräche mit ihren Hunden beziehungsweise die Gespräche ihrer Hunde mit ihnen. Für die Aufnahme dieser Wanzen eigneten sich am besten ausdauernde Baumpilililze der Arten Fomitopsis pinicola und Fomes fomentarius. Man bohrte sie auf Insektenweise von unten leicht an und ließ die Sächelchen gefühlvoll hineinflutschen.
Kristian Pech
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