05.10.2026
EDITION digital trauert um die Schriftstellerin und Kunsthistorikerin Ingrid Möller
Die Rostocker Autorin starb am 25. September 2026 im Alter von 91 Jahren
Die Rostocker Autorin starb am 25. September 2026 im Alter von 91 Jahren
EDITION digital trauert um die Schriftstellerin und Kunsthistorikerin Dr. Ingrid Möller. Sie ist am 25. September 2026 im Alter von 91 Jahren verstorben. Mit ihr verliert Mecklenburg-Vorpommern eine Autorin, die wie kaum eine andere ihre kunsthistorischen Kenntnisse mit literarischem Erzählen verband.
Ingrid Möller wurde am 12. Oktober 1934 in Rostock geboren, wuchs in Grabow auf und legte in Ludwigslust ihr Abitur ab. Sie studierte Kunstgeschichte und Klassische Archäologie an der Humboldt-Universität Berlin und promovierte zum Dr. phil. Nach ihrer Tätigkeit als Redakteurin am „Lexikon der Kunst“ leitete sie von 1973 bis 1984 die Graphische Sammlung des Staatlichen Museums Schwerin. Seit 1985 arbeitete sie als freischaffende Schriftstellerin.
Ihre berufliche Herkunft als Kunsthistorikerin prägte auch ihr literarisches Werk. Immer wieder machte Ingrid Möller Künstler und ihre Zeit zu Gegenständen ihrer Romane. In „Das Haus an der Voldersgracht“ erzählt sie von Johannes Vermeer, in „Meister Bertram“ von dem bedeutenden mittelalterlichen Maler, in „Die Woge“ von Katsushika Hokusai und in „Wetterleuchten über Isenheim“ von Matthias Grünewald. Mit „Der Traum vom Glück ohne Ende“ widmete sie sich dem Leben des Malers Adrian Ludwig Richter.
Auch die Naturforscherin und Künstlerin Maria Sibylla Merian beschäftigte Ingrid Möller über viele Jahre. „Ein Schmetterling aus Surinam“ erzählt von deren Kindheit, „Bei den Schmetterlingen in Surinam“ von ihrer außergewöhnlichen Forschungsreise nach Südamerika.
Doch Ingrid Möllers Werk reicht weit über Künstlerromane hinaus. In „Blumengärten und Bomberstaffeln“ verarbeitete sie Erinnerungen an ihre Kindheit während des Zweiten Weltkriegs. „Fast ein Jahrhundert“ erzählt ein langes Frauenleben, „Reisefieber – Fieberreisen“ führt in verschiedene Länder und Kulturen. Mit „Das mecklenburgische Reutergeld von 1921“ widmete sie sich einem besonderen Kapitel mecklenburgischer Kulturgeschichte. Auch Gedichte und Novellen gehören zu ihrem vielseitigen Werk.
Zahlreiche Bücher Ingrid Möllers wurden von EDITION digital als E-Books neu herausgegeben und damit dauerhaft für Leserinnen und Leser zugänglich gemacht. „Der Traum vom Glück ohne Ende“ erschien 2018 außerdem in zweiter Auflage als gedrucktes Buch und E-Book.
Ingrid Möller blieb Mecklenburg und insbesondere dem Schweriner Raum eng verbunden. Ihre langjährige Arbeit am Staatlichen Museum Schwerin, ihre Beschäftigung mit der Kulturgeschichte Mecklenburgs und ihre literarischen Werke zeugen von dieser Verbundenheit.
Für ihr Schaffen wurde Ingrid Möller unter anderem 1991 mit dem Franz-Bunke-Preis und 1994 mit dem Peter-Härtling-Preis ausgezeichnet.
EDITION digital wird Ingrid Möller als vielseitige Autorin in Erinnerung behalten, die Kunst und Literatur auf besondere Weise miteinander verband. Ihre Bücher bleiben – und mit ihnen ihre Fähigkeit, Künstler, vergangene Zeiten und außergewöhnliche Lebenswege für heutige Leser lebendig werden zu lassen.
Titelbilder können Sie hier herunterladen: Moellergestorben.zip
Ansprechpartner
Gisela Pekrul
Verlagsleiterin
Tel: +49 (3860) 505788
E-Mail: editiondigital@arcor.de
Über "EDITION digital Pekrul & Sohn GbR"
EDITION digital war vor 31 Jahren ursprünglich als Verlag für elektronische Publikationen gegründet worden. Der Verlag gibt Krimis, historische Romane, Fantasy, Zeitzeugenberichte und Sachbücher (NVA-, DDR-Geschichte) sowie Kinderbücher als barrierefreie E-Book heraus, einige auch als Hörbuch. Ein weiterer Schwerpunkt sind Grafiken und Beschreibungen von historischen Handwerks- und Berufszeichen sowie Belletristik und Sachbücher über Mecklenburg-Vorpommern. Bücher von DDR-Autoren werden als E-Book neu aufgelegt. Insgesamt umfasst das Verlagsangebot, das unter www.edition-digital.de nachzulesen ist, mehr als 1.800 Titel. Die Printsparte des Verlages war Ende 2025 von Ralf Jordan vom Geschichtlichen Büchertisch als Imprint übernommen worden.
