
Als der Präsident der afrikanischen Meeresforschungsgesellschaft Lisbog Makokou an das Rednerpult trat, erstarb auch das letzte Wort. Nur das leise Summen hunderter Reportagetaschenschreiber war noch zu hören.
„Meine sehr verehrten Damen und Herren! Bei unseren Nachforschungen im zentralen Südatlantik, bei denen wir die Herkunft und Ursache einer plötzlich auftretenden radioaktiven Meeresströmung klären wollten, haben unsere Wissenschaftler, unterstützt durch Bathyscaphes der UdKSR, eine bisher unbekannte Erscheinung, Ihnen in den letzten Tagen als Tiefseesonne bekannt geworden, entdeckt. Wir vermuten, dass es sich dabei um einen Kernumwandlungsprozess handelt, der unter dem Druck der mehrere Tausend Meter hohen atlantischen Wassersäule in großer Tiefe stabil pulsierend ablief und dessen überschüssige Energie aus noch unbekannten Gründen überwiegend ins Erdinnere abgeflossen ist. Dieser Kernprozess mit seinem Energieüberschuss hat sich glücklicherweise keinen Weg an die Meeresoberfläche gesucht. Er ist inzwischen beendet. Die Tiefseesonne ist überraschend wieder verschwunden. Wir rechnen nicht damit, dass sie erneut aufflammt. Sie war ein einmaliges Phänomen. Es lässt sich nur erraten, welche schrecklichen Ausmaße die Katastrophe angenommen hätte, wenn all dies anders verlaufen wäre. Das einzige Unheil, das uns dabei betroffen hat, ist die radioaktive Strömung. Sie wird voraussichtlich Jahre anhalten.“
Nach dieser kühl vorgetragenen sachlichen Mitteilung wurde seine Stimme scharf und anklagend.
„Bei unserer Forschungsaktion sind zufällig auch Wracks von Atom-U-Booten entdeckt worden. Bei einer zweiten Tauchaktion wurden die unterseeischen Abhänge genauer untersucht. Es wurde festgesellt, dass diese Stellen mit Reaktorteilen, Kernmaterialien und Kernsynthesewaffen im weiten Umkreis übersät sind.
Im Schatten der Tiefsee
Professor Hardt leitet auf einem Forschungsschiff in der Ostsee eine Gruppe von Wissenschaftlern, die den Aufbau einer großen Algenfarm im Atlantik vor der afrikanischen Küste vorbereitet. Mit der Zucht von Algen soll das Welternährungsproblem in Afrika und Asien gelöst werden. Der angehende Meeresagronom Jochen Märzbach wendet gemeinsam mit der neuen Mitarbeiterin Anja gegen die einseitige Orientierung auf die warmen Meere in Afrika und schreibt seine Diplomarbeit über die meereswirtschaftliche Nutzung der Ostsee. Wie recht die beiden haben, wird sich bald erweisen. Der Standort der künftigen afrikanischen Meeresfarm ist als Überbleibsel aus der Zeit des Kalten Krieges stark radioaktiv verseucht und durch einen Seevulkan und ein dort versunkenes Atom-U-Boot extrem gefährdet.Eine internationale Gruppe junger Wissenschaftler versucht mit großem Elan das nahezu Unmöglich: Höhere Ergebnisse in der Algenproduktion in einer Ostseefarm als im Atlantik. Aber auch hier holt sie die Vergangenheit ein.Carlos Rasch verlegte seinen 1965 erschienenen …
Beschreibung
Professor Hardt leitet auf einem Forschungsschiff in der Ostsee eine Gruppe von Wissenschaftlern, die den Aufbau einer großen Algenfarm im Atlantik vor der afrikanischen Küste vorbereitet. Mit der Zucht von Algen soll das Welternährungsproblem in Afrika und Asien gelöst werden. Der angehende Meeresagronom Jochen Märzbach wendet gemeinsam mit der neuen Mitarbeiterin Anja gegen die einseitige Orientierung auf die warmen Meere in Afrika und schreibt seine Diplomarbeit über die meereswirtschaftliche Nutzung der Ostsee. Wie recht die beiden haben, wird sich bald erweisen. Der Standort der künftigen afrikanischen Meeresfarm ist als Überbleibsel aus der Zeit des Kalten Krieges stark radioaktiv verseucht und durch einen Seevulkan und ein dort versunkenes Atom-U-Boot extrem gefährdet.
Eine internationale Gruppe junger Wissenschaftler versucht mit großem Elan das nahezu Unmöglich: Höhere Ergebnisse in der Algenproduktion in einer Ostseefarm als im Atlantik. Aber auch hier holt sie die Vergangenheit ein.
Carlos Rasch verlegte seinen 1965 erschienenen Roman in die nahe Zukunft. In seinem noch bekannteren Science-Fiction-Buch „Magma am Himmel“ von 1975 weiten sich die Probleme in Afrika im 24. Jahrhundert so weit aus, dass die Existenz der Erde gefährdet ist. Als letzte Möglichkeit soll Jochen Märzbach mittels Zeitreise sein Wissen an die Menschen in der Zukunft weitergeben.
Bibliografische Angaben
| Erstveröffentlichung | 01.01.1965 |
|---|---|
| E-Book-Ausgabe | 24.09.2015 |
| Seiten | 305 |
| ISBN (EPUB) | 978-3-95655-516-9 |
| ISBN (PDF) | 978-3-95655-517-6 |
| ASIN (Kindle) | B015RNLDRI |
| Verlag | EDITION digital |
| Sprache | deutsch |
Schlagwörter
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Als der Präsident der afrikanischen Meeresforschungsgesellschaft Lisbog Makokou an das Rednerpult trat, erstarb auch das letzte Wort. Nur das leise Summen hunderter Reportagetaschenschreiber war noch zu hören.
„Meine sehr verehrten Damen und Herren! Bei unseren Nachforschungen im zentralen Südatlantik, bei denen wir die Herkunft und Ursache einer plötzlich auftretenden radioaktiven Meeresströmung klären wollten, haben unsere Wissenschaftler, unterstützt durch Bathyscaphes der UdKSR, eine bisher unbekannte Erscheinung, Ihnen in den letzten Tagen als Tiefseesonne bekannt geworden, entdeckt. Wir vermuten, dass es sich dabei um einen Kernumwandlungsprozess handelt, der unter dem Druck der mehrere Tausend Meter hohen atlantischen Wassersäule in großer Tiefe stabil pulsierend ablief und dessen überschüssige Energie aus noch unbekannten Gründen überwiegend ins Erdinnere abgeflossen ist. Dieser Kernprozess mit seinem Energieüberschuss hat sich glücklicherweise keinen Weg an die Meeresoberfläche gesucht. Er ist inzwischen beendet. Die Tiefseesonne ist überraschend wieder verschwunden. Wir rechnen nicht damit, dass sie erneut aufflammt. Sie war ein einmaliges Phänomen. Es lässt sich nur erraten, welche schrecklichen Ausmaße die Katastrophe angenommen hätte, wenn all dies anders verlaufen wäre. Das einzige Unheil, das uns dabei betroffen hat, ist die radioaktive Strömung. Sie wird voraussichtlich Jahre anhalten.“
Nach dieser kühl vorgetragenen sachlichen Mitteilung wurde seine Stimme scharf und anklagend.
„Bei unserer Forschungsaktion sind zufällig auch Wracks von Atom-U-Booten entdeckt worden. Bei einer zweiten Tauchaktion wurden die unterseeischen Abhänge genauer untersucht. Es wurde festgesellt, dass diese Stellen mit Reaktorteilen, Kernmaterialien und Kernsynthesewaffen im weiten Umkreis übersät sind.
Inhaltsverzeichnis
Der Bodden am Strelasund
Auf den Feldern vor Port Dartowo
Beinahe schon Wirklichkeit
Carlos Rasch
Weitere Bücher von Carlos Rasch
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Krakentang
Orbitale Balance. Raumlotsen Band 2
Das unirdische Raumschiff
Daheim auf Erden. Raumlotsen Band 3
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