
Na, Ernst, Mensch, du alte Eiche, bist immer noch hier in der Heimat? Hast wohl ein besonderes Patent, dass du u. k. geblieben bist? Vitamin B sagst du, Vitamin Beziehungen … da hättest du mir eigentlich einen guten Esslöffel von abgeben können, bevor ich nach dem Osten musste! Was sagst du: Ich sehe aus wie ein Gespenst? Und wo ich meine Hand gelassen habe? Die könntest du eigentlich mal suchen gehn, Ernst, so zwischen Woronesh und dem Don, vielleicht findest du die in einem Granattrichter in der Steppe! Ein bisschen weit von hier, meinst du … war ganz meine Meinung und auch die meiner Kameraden da draußen, soweit die noch eine Meinung äußern können. Denn viel ist von dem Ersatz, der diesen April mit mir nach dem Osten kam, nicht mehr übrig geblieben. Wir waren da vierundsechzig Mann Nachschub, die zu meiner Kompanie kamen, die Hälfte Kumpel aus den Betrieben, die andern so junges Gemüse, achtzehnjährige Arbeitsdienstler, einige von der HJ und auch vier Papas, so zwischen fünfundvierzig und fünfzig Jahren, die eigentlich in Polen aufbauen sollten … musste aber plötzlich alles nach vorn, hurra!
Das heißt, die Freude war recht kurz. Die russische Ari und die Minenwerfer haben uns gleich im Juli derart bepflastert, dass so an fünfzig Mann unsrer Kompanie für immer auf der Nase liegenblieben.
Die Gespensterkompanie
Die Gespensterkompanie erzählt die packende Geschichte eines Soldaten, der den Horror der Ostfront im Zweiten Weltkrieg überlebt, nur um als Schatten seiner selbst nach Hause zurückzukehren. Mit bitterem Humor und gnadenloser Ehrlichkeit beschreibt er den Verfall einer Kompanie, die durch endlose Kämpfe und sinnlose Opfer immer weiter dezimiert wird – bis nur noch Geister übrig bleiben. Dieses eindringliche Werk schildert die grausamen Realitäten des Krieges und die emotionalen und physischen Narben, die er hinterlässt. Ein kraftvolles Zeugnis über den Zerfall von Körper und Seele in Zeiten der extremsten Belastung.
Beschreibung
Die Gespensterkompanie erzählt die packende Geschichte eines Soldaten, der den Horror der Ostfront im Zweiten Weltkrieg überlebt, nur um als Schatten seiner selbst nach Hause zurückzukehren. Mit bitterem Humor und gnadenloser Ehrlichkeit beschreibt er den Verfall einer Kompanie, die durch endlose Kämpfe und sinnlose Opfer immer weiter dezimiert wird – bis nur noch Geister übrig bleiben. Dieses eindringliche Werk schildert die grausamen Realitäten des Krieges und die emotionalen und physischen Narben, die er hinterlässt. Ein kraftvolles Zeugnis über den Zerfall von Körper und Seele in Zeiten der extremsten Belastung.
Bibliografische Angaben
| Erstveröffentlichung | 15342 |
|---|---|
| E-Book-Ausgabe | 01.10.2024 |
| Seiten | 12 |
| ISBN (EPUB) | 978-3-68912-295-9 |
| ISBN (PDF) | 978-3-68912-296-6 |
| ASIN (Kindle) | B0DJ69D7RW |
| Verlag | EDITION digital |
| Sprache | deutsch |
Schlagwörter
Don-SchlachtFrontberichtGranattrichterHeimatsehnsuchtHeimatverlustKameradschaftKompanieKriegsgräuelKriegstraumaMilitarismusOpferbereitschaftOstfrontSinnlosigkeitSoldatenschicksalÜberlebensinstinktÜberlebenskampfÜbermenschlicher DruckVerwüstungZerfallZynischer HumorZweiter WeltkriegSoldatTraumaWoroneshLeseprobe
Na, Ernst, Mensch, du alte Eiche, bist immer noch hier in der Heimat? Hast wohl ein besonderes Patent, dass du u. k. geblieben bist? Vitamin B sagst du, Vitamin Beziehungen … da hättest du mir eigentlich einen guten Esslöffel von abgeben können, bevor ich nach dem Osten musste! Was sagst du: Ich sehe aus wie ein Gespenst? Und wo ich meine Hand gelassen habe? Die könntest du eigentlich mal suchen gehn, Ernst, so zwischen Woronesh und dem Don, vielleicht findest du die in einem Granattrichter in der Steppe! Ein bisschen weit von hier, meinst du … war ganz meine Meinung und auch die meiner Kameraden da draußen, soweit die noch eine Meinung äußern können. Denn viel ist von dem Ersatz, der diesen April mit mir nach dem Osten kam, nicht mehr übrig geblieben. Wir waren da vierundsechzig Mann Nachschub, die zu meiner Kompanie kamen, die Hälfte Kumpel aus den Betrieben, die andern so junges Gemüse, achtzehnjährige Arbeitsdienstler, einige von der HJ und auch vier Papas, so zwischen fünfundvierzig und fünfzig Jahren, die eigentlich in Polen aufbauen sollten … musste aber plötzlich alles nach vorn, hurra!
Das heißt, die Freude war recht kurz. Die russische Ari und die Minenwerfer haben uns gleich im Juli derart bepflastert, dass so an fünfzig Mann unsrer Kompanie für immer auf der Nase liegenblieben.
Friedrich Wolf
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