
Am 19. Juni notiert das Tagebuch: „Unsere Division besteht nur noch aus Trümmern. Unsere Herren Kommandeure aber fühlen sich so stark, als ob sie Moskau allein nehmen könnten. Diese Überschätzung unserer Kräfte hat uns den Winterfeldzug gekostet. Die Herren aber haben daraus gar nichts gelernt.“
Dann werden die Eintragungen immer lakonischer. Der Russe greift an. Geschütze fallen aus. In einem Beobachtungsstand wird durch einen Volltreffer der russischen Ari der Leutnant Schweikart, sein bester Freund, getötet, auch „dessen Chef“. Dann wird es bei ihnen ein paar Tage etwas ruhiger. Aber plötzlich steht ein Satz da. „Nördlich von uns ist der Russe durchgebrochen.“ Und am 7. Juli 1942: „Mit der Ruhe scheint es vorbei zu sein …“ – Hier bricht das Tagebuch ab.
Das Kriegstagebuch des Leutnants Ludt
Das Kriegstagebuch des Leutnants Ludt bietet einen schonungslosen Einblick in die Gedankenwelt eines Artillerieleutnants an der Ostfront während des Zweiten Weltkriegs. In eindringlichen Tagebucheinträgen beschreibt Hans Ludt seine Erfahrungen zwischen zerbombten Schlachtfeldern, schwindender Moral und den erschütternden Folgen des Krieges – für die Front wie für die Heimat. Seine Worte spiegeln die Verzweiflung und Desillusionierung einer Generation wider, die in den Wirren eines endlosen Krieges gefangen ist. Dieses unverfälschte Dokument einer schrecklichen Zeit lässt die Leser tief in die Realität des Soldatenalltags eintauchen, bis das Tagebuch abrupt endet – möglicherweise mit dem Tod seines Verfassers. Wie viele andere Soldaten, die die Sinnlosigkeit des Krieges erkennen, könnte Ludt eine von vielen Stimmen gewesen sein, die stumm blieben, als das Grauen seinen Höhepunkt erreichte.
Beschreibung
Das Kriegstagebuch des Leutnants Ludt bietet einen schonungslosen Einblick in die Gedankenwelt eines Artillerieleutnants an der Ostfront während des Zweiten Weltkriegs. In eindringlichen Tagebucheinträgen beschreibt Hans Ludt seine Erfahrungen zwischen zerbombten Schlachtfeldern, schwindender Moral und den erschütternden Folgen des Krieges – für die Front wie für die Heimat. Seine Worte spiegeln die Verzweiflung und Desillusionierung einer Generation wider, die in den Wirren eines endlosen Krieges gefangen ist. Dieses unverfälschte Dokument einer schrecklichen Zeit lässt die Leser tief in die Realität des Soldatenalltags eintauchen, bis das Tagebuch abrupt endet – möglicherweise mit dem Tod seines Verfassers. Wie viele andere Soldaten, die die Sinnlosigkeit des Krieges erkennen, könnte Ludt eine von vielen Stimmen gewesen sein, die stumm blieben, als das Grauen seinen Höhepunkt erreichte.
Bibliografische Angaben
| Erstveröffentlichung | 15342 |
|---|---|
| E-Book-Ausgabe | 24.09.2024 |
| Seiten | 11 |
| ISBN (EPUB) | 978-3-68912-261-4 |
| ISBN (PDF) | 978-3-68912-262-1 |
| ASIN (Kindle) | B0DHQSY9J7 |
| Verlag | EDITION digital |
| Sprache | deutsch |
Schlagwörter
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Am 19. Juni notiert das Tagebuch: „Unsere Division besteht nur noch aus Trümmern. Unsere Herren Kommandeure aber fühlen sich so stark, als ob sie Moskau allein nehmen könnten. Diese Überschätzung unserer Kräfte hat uns den Winterfeldzug gekostet. Die Herren aber haben daraus gar nichts gelernt.“
Dann werden die Eintragungen immer lakonischer. Der Russe greift an. Geschütze fallen aus. In einem Beobachtungsstand wird durch einen Volltreffer der russischen Ari der Leutnant Schweikart, sein bester Freund, getötet, auch „dessen Chef“. Dann wird es bei ihnen ein paar Tage etwas ruhiger. Aber plötzlich steht ein Satz da. „Nördlich von uns ist der Russe durchgebrochen.“ Und am 7. Juli 1942: „Mit der Ruhe scheint es vorbei zu sein …“ – Hier bricht das Tagebuch ab.
Friedrich Wolf
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