
1. Bataillonsunterstand vor Verdun (1916). Im engen Gefechtsbunker Major von Hartmann mit Artilleriebeobachter Leutnant Tümmler und Gefechtsordonnanz Münzner, Telefonisten … Sich jagende Nachrichten über den Sturm auf den Douaumont, daneben: „Verbindung zum rechten Nachbarbataillon abgerissen, Leutnant Wendt schwer verwundet.“ – Münzner muss die Verbindung zum rechten Abschnitt herstellen: Wo liegt rechtes Bataillon? Wie weit vorgerückt? Es ist ein früher Morgen im April, kaum etwas zu sehen vor Nebel und Pulverdampf. Münzner findet den Leutnant Wendt mit einem Brustschuss in einem Granattrichter; er stellt die Verbindung her zum Bataillon, schafft den Leutnant – ihn auf seinem Rücken schleppend – durch das Artilleriefeuer, wird selbst dabei verwundet; jetzt stützt Leutnant Wendt den Münzner. So kommen beide in den Gefechtsstand des Bataillons, wo sie zusammenbrechen. Der Major empfängt von Münzner noch die Meldung, ehe er ohnmächtig wird. Wie man Wendt verbinden will, sieht man, dass er eine schwarz-weiß-rote Kriegsflagge um seine Brust gewickelt hat, die er als erster auf dem Fort aufpflanzen wollte.
2. Fabrikmauer in einer Arbeiterstadt Deutschlands (1920). Kapp-Putsch: Eine Anzahl Gefangener, zum Teil leichtverwundeter Arbeiter, werden von einem Kommando des Freikorps „Lützow“ herangeführt und vor die Mauer gestellt. Es kommen im Gespräch die beiden Kriegskameraden Leutnant Tümmler und Leutnant Wendt, beide jetzt „Lützower“; sie tragen den Totenkopf als Freikorpsabzeichen auf dem Stahlhelm. Ein Unteroffizier meldet Wendt: „Herr Leutnant, Kommando angetreten! Alles fertig!“ Wendt geht mit Tümmler die Reihe der gefangenen Arbeiter entlang; plötzlich sieht er ein bekanntes Gesicht: die Ordonnanz Münzner, die ihn bei Verdun aus dem Feuer trug! Wendt inszeniert ein erneutes Verhör; er entlässt die Arbeiter wegen Mangels an Beweisen. – Heftiger Zusammenstoß Wendts mit Leutnant Tümmler, der diese „seltsame Milde“ melden wird.
Der ehemalige Major von Hartmann ist nunmehr Oberst; er ignoriert die Meldung Tümmlers, schätzt Wendt zu sehr als ehrlichen Soldaten. Wie er jetzt dem Freikorps seinen Dank abstattet und die Offiziere des Freikorps in die reguläre Truppe übernommen werden sollen, weigert sich Leutnant Wendt, die Fahne der Republik zu grüßen. Er muss seinen Dienst quittieren.
Der Soldat Gottes. Filmexposé
Das Filmexposé entführt den Leser in die dramatischen Lebenswege des Leutnants Wendt, dessen Glaube und Integrität ihn durch die Wirren zweier Weltkriege führen. Vom Helden in den Schlachten von Verdun über die Konflikte in den Freikorps bis hin zur Rolle als Pfarrer in einem zunehmend militarisierten Nazideutschland, ringt Wendt mit seiner Vergangenheit, seiner Treue zu seinen Kameraden und seiner moralischen Verantwortung. Diese Geschichte erleuchtet die innere Zerreißprobe eines Mannes, der sich schließlich gegen die totalitären Strukturen erhebt und als „Soldat Gottes“ seinen eigenen Weg der Gerechtigkeit beschreitet. Eine packende und zeitlos relevante Reflexion über Mut, Glauben und Widerstand inmitten einer gefährlichen Zeit.Wolf veröffentlichte 1939 in Paris das Filmexposé, angeregt durch den antifaschistischen Kampf von Pastor Niemöller und eigene Erinnerungen.
Beschreibung
Das Filmexposé entführt den Leser in die dramatischen Lebenswege des Leutnants Wendt, dessen Glaube und Integrität ihn durch die Wirren zweier Weltkriege führen. Vom Helden in den Schlachten von Verdun über die Konflikte in den Freikorps bis hin zur Rolle als Pfarrer in einem zunehmend militarisierten Nazideutschland, ringt Wendt mit seiner Vergangenheit, seiner Treue zu seinen Kameraden und seiner moralischen Verantwortung. Diese Geschichte erleuchtet die innere Zerreißprobe eines Mannes, der sich schließlich gegen die totalitären Strukturen erhebt und als „Soldat Gottes“ seinen eigenen Weg der Gerechtigkeit beschreitet. Eine packende und zeitlos relevante Reflexion über Mut, Glauben und Widerstand inmitten einer gefährlichen Zeit.
Wolf veröffentlichte 1939 in Paris das Filmexposé, angeregt durch den antifaschistischen Kampf von Pastor Niemöller und eigene Erinnerungen.
Bibliografische Angaben
| Erstveröffentlichung | 14246 |
|---|---|
| E-Book-Ausgabe | 11.11.2024 |
| Seiten | 23 |
| ISBN (EPUB) | 978-3-68912-379-6 |
| ISBN (PDF) | 978-3-68912-380-2 |
| ASIN (Kindle) | B0DMBTVJ7D |
| Verlag | EDITION digital |
| Sprache | deutsch |
Schlagwörter
Erster WeltkriegFamilienlebenFaschismusFreikorpsGefangenschaftGerechtigkeitGlaubensstärkeInnere ZerrissenheitIntegritätKameradschaftKampfgeistKapp-PutschMoralischer KonfliktMut und GlaubenNationalsozialismusPfarrerSoldatenlebenSoldatensiedlungSSVerdunWiderstandWiderstandskraftLeutnant WendtNazideutschlandLeseprobe
1. Bataillonsunterstand vor Verdun (1916). Im engen Gefechtsbunker Major von Hartmann mit Artilleriebeobachter Leutnant Tümmler und Gefechtsordonnanz Münzner, Telefonisten … Sich jagende Nachrichten über den Sturm auf den Douaumont, daneben: „Verbindung zum rechten Nachbarbataillon abgerissen, Leutnant Wendt schwer verwundet.“ – Münzner muss die Verbindung zum rechten Abschnitt herstellen: Wo liegt rechtes Bataillon? Wie weit vorgerückt? Es ist ein früher Morgen im April, kaum etwas zu sehen vor Nebel und Pulverdampf. Münzner findet den Leutnant Wendt mit einem Brustschuss in einem Granattrichter; er stellt die Verbindung her zum Bataillon, schafft den Leutnant – ihn auf seinem Rücken schleppend – durch das Artilleriefeuer, wird selbst dabei verwundet; jetzt stützt Leutnant Wendt den Münzner. So kommen beide in den Gefechtsstand des Bataillons, wo sie zusammenbrechen. Der Major empfängt von Münzner noch die Meldung, ehe er ohnmächtig wird. Wie man Wendt verbinden will, sieht man, dass er eine schwarz-weiß-rote Kriegsflagge um seine Brust gewickelt hat, die er als erster auf dem Fort aufpflanzen wollte.
2. Fabrikmauer in einer Arbeiterstadt Deutschlands (1920). Kapp-Putsch: Eine Anzahl Gefangener, zum Teil leichtverwundeter Arbeiter, werden von einem Kommando des Freikorps „Lützow“ herangeführt und vor die Mauer gestellt. Es kommen im Gespräch die beiden Kriegskameraden Leutnant Tümmler und Leutnant Wendt, beide jetzt „Lützower“; sie tragen den Totenkopf als Freikorpsabzeichen auf dem Stahlhelm. Ein Unteroffizier meldet Wendt: „Herr Leutnant, Kommando angetreten! Alles fertig!“ Wendt geht mit Tümmler die Reihe der gefangenen Arbeiter entlang; plötzlich sieht er ein bekanntes Gesicht: die Ordonnanz Münzner, die ihn bei Verdun aus dem Feuer trug! Wendt inszeniert ein erneutes Verhör; er entlässt die Arbeiter wegen Mangels an Beweisen. – Heftiger Zusammenstoß Wendts mit Leutnant Tümmler, der diese „seltsame Milde“ melden wird.
Der ehemalige Major von Hartmann ist nunmehr Oberst; er ignoriert die Meldung Tümmlers, schätzt Wendt zu sehr als ehrlichen Soldaten. Wie er jetzt dem Freikorps seinen Dank abstattet und die Offiziere des Freikorps in die reguläre Truppe übernommen werden sollen, weigert sich Leutnant Wendt, die Fahne der Republik zu grüßen. Er muss seinen Dienst quittieren.
Friedrich Wolf
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