
Seine erste Wirkungsstätte war im Ural, in Magnitogorsk. William liebt den großen Maßstab, den „vollen Puls“. In Magnitogorsk – diesem jungen Erzgiganten des Ural – hatte er über ein zu ruhiges, gleichmäßiges Leben nicht zu klagen. Das war ein riesenhafter Aufbau mit allen Schwierigkeiten. Zehntausende russischer Landarbeiter wurden hier im Stoßtempo zu Industriearbeitern. Aus gewaltigen Zelt- und Barackenlagern erstand im Handumdrehen eine neue Stadt. Die Menschen verstanden noch nicht, was Hygiene bei solchen Massenansammlungen bedeutet. Die Betriebs- und Wohnungshygiene musste organisiert werden. Die Menschen mussten belehrt werden. Die Freizeit musste organisiert werden. Kulturpark, Sportplätze, Kinderkrippen, Bibliotheken, Musikhallen, Lichtspielbühnen und Theaterräume, Radausflüge, Skifahrten, Langstreckenläufe. Und schließlich das Krankenhaus selbst. Die Chirurgische Station. Die Bakteriologische Abteilung. Die Ausbildung des Sanitätspersonals. Seine eigene Weiterbildung in der Chirurgie. Der tägliche klinische Dienst. Zudem: das Klima war nicht gerade angenehm. Fast dreiviertel des Jahres war es ziemlich rau und kalt im Ural. Man wohnte in Baracken. Seine Frau mit dem kleinen Sohn zog nach einem klimatisch milderen Ort.
William selbst blieb. Es war sein Auftrag. Es war auch seine Vorliebe für das stürmische Tempo der Arbeit, für das Ausmaß der Arbeit, für den riesigen Maßstab, für den Aufbau, für den Ural. Magnitogorsk entsprach seiner eigenen Natur. Er hat sich dort wohl bewährt. Er wurde ordinierender Arzt der chirurgischen Abteilung. Er blieb dabei der passionierte Boxer und Fußballspieler, der Organisator auf allen Gebieten. Es gab damals noch beim Bau der neuen Industrie- und Wohnzentren die „Subbotniki“. Freiwillig half man an dem freien Tag der Woche bei Schulbauten, Krankenhausbauten, man schleppte Steine, verrichtete Erdarbeiten. William, der ordinierende Chirurg, forderte an einem solchen Subbotnik drei seiner Kollegen zu einem Wettkampf heraus. Bei Erdarbeiten und beim Steineschleppen hätte er sie sowieso an die Wand gedrückt. Man wählte das Entleeren der Autos, die mit Weißkohl gekommen waren. Es war ein lustiger Wettkampf. William entlud allein zwei schwere Lastautos mit Kohl während der Zeit, in der zwei seiner Kollegen von nur einem Auto den Kohl herunterwarfen. „Freude muss es machen, das ist die Hauptsache!“ Das Boxen, die Chirurgie, das Einrichten einer Station, auch das Kohlabladen!
William, der Arzt, Sportler und Organisator
Inmitten der Wirren des Zweiten Weltkriegs erhebt sich ein Mann wie kein anderer: William Jefimowitsch, ein Chefarzt und geborener Organisator. Friedrich Wolf erzählt die fesselnde Geschichte eines Mannes, der mit der Kraft eines Vulkans und der Leidenschaft eines Pioniers sein Lazarett führt. Von der rauen Landschaft des Urals bis zu den kriegsgebeutelten Fronten vor Moskau – William meistert jede Herausforderung mit unerschütterlichem Optimismus und unerbittlichem Arbeitseifer. Diese eindrucksvolle Erzählung zeigt, wie ein einzelner Mensch durch Freude an der Arbeit und unermüdlichen Einsatz Unmögliches möglich macht. Ein inspirierendes Leseerlebnis über Mut, Hingabe und die Macht des menschlichen Geistes.
Beschreibung
Inmitten der Wirren des Zweiten Weltkriegs erhebt sich ein Mann wie kein anderer: William Jefimowitsch, ein Chefarzt und geborener Organisator. Friedrich Wolf erzählt die fesselnde Geschichte eines Mannes, der mit der Kraft eines Vulkans und der Leidenschaft eines Pioniers sein Lazarett führt. Von der rauen Landschaft des Urals bis zu den kriegsgebeutelten Fronten vor Moskau – William meistert jede Herausforderung mit unerschütterlichem Optimismus und unerbittlichem Arbeitseifer. Diese eindrucksvolle Erzählung zeigt, wie ein einzelner Mensch durch Freude an der Arbeit und unermüdlichen Einsatz Unmögliches möglich macht. Ein inspirierendes Leseerlebnis über Mut, Hingabe und die Macht des menschlichen Geistes.
Bibliografische Angaben
| Erstveröffentlichung | 15342 |
|---|---|
| E-Book-Ausgabe | 01.08.2024 |
| Seiten | 22 |
| ISBN (EPUB) | 978-3-68912-066-5 |
| ISBN (PDF) | 978-3-68912-067-2 |
| ASIN (Kindle) | B0D8TTC6NQ |
| Verlag | EDITION digital |
| Sprache | deutsch |
Schlagwörter
ArztChirurgieDynamikFrontarztHeldentumKraft2. WeltkriegKriegLazarettLebensfreudeLeidenschaftMenschlichkeitOptimismusOrganisatorPionierSanitätsdienstSowjetunionSturmsoldatUnermüdlichUralVerantwortungZweiter WeltkriegWilliam JefimowitschMagnitogorskLeseprobe
Seine erste Wirkungsstätte war im Ural, in Magnitogorsk. William liebt den großen Maßstab, den „vollen Puls“. In Magnitogorsk – diesem jungen Erzgiganten des Ural – hatte er über ein zu ruhiges, gleichmäßiges Leben nicht zu klagen. Das war ein riesenhafter Aufbau mit allen Schwierigkeiten. Zehntausende russischer Landarbeiter wurden hier im Stoßtempo zu Industriearbeitern. Aus gewaltigen Zelt- und Barackenlagern erstand im Handumdrehen eine neue Stadt. Die Menschen verstanden noch nicht, was Hygiene bei solchen Massenansammlungen bedeutet. Die Betriebs- und Wohnungshygiene musste organisiert werden. Die Menschen mussten belehrt werden. Die Freizeit musste organisiert werden. Kulturpark, Sportplätze, Kinderkrippen, Bibliotheken, Musikhallen, Lichtspielbühnen und Theaterräume, Radausflüge, Skifahrten, Langstreckenläufe. Und schließlich das Krankenhaus selbst. Die Chirurgische Station. Die Bakteriologische Abteilung. Die Ausbildung des Sanitätspersonals. Seine eigene Weiterbildung in der Chirurgie. Der tägliche klinische Dienst. Zudem: das Klima war nicht gerade angenehm. Fast dreiviertel des Jahres war es ziemlich rau und kalt im Ural. Man wohnte in Baracken. Seine Frau mit dem kleinen Sohn zog nach einem klimatisch milderen Ort.
William selbst blieb. Es war sein Auftrag. Es war auch seine Vorliebe für das stürmische Tempo der Arbeit, für das Ausmaß der Arbeit, für den riesigen Maßstab, für den Aufbau, für den Ural. Magnitogorsk entsprach seiner eigenen Natur. Er hat sich dort wohl bewährt. Er wurde ordinierender Arzt der chirurgischen Abteilung. Er blieb dabei der passionierte Boxer und Fußballspieler, der Organisator auf allen Gebieten. Es gab damals noch beim Bau der neuen Industrie- und Wohnzentren die „Subbotniki“. Freiwillig half man an dem freien Tag der Woche bei Schulbauten, Krankenhausbauten, man schleppte Steine, verrichtete Erdarbeiten. William, der ordinierende Chirurg, forderte an einem solchen Subbotnik drei seiner Kollegen zu einem Wettkampf heraus. Bei Erdarbeiten und beim Steineschleppen hätte er sie sowieso an die Wand gedrückt. Man wählte das Entleeren der Autos, die mit Weißkohl gekommen waren. Es war ein lustiger Wettkampf. William entlud allein zwei schwere Lastautos mit Kohl während der Zeit, in der zwei seiner Kollegen von nur einem Auto den Kohl herunterwarfen. „Freude muss es machen, das ist die Hauptsache!“ Das Boxen, die Chirurgie, das Einrichten einer Station, auch das Kohlabladen!
Friedrich Wolf
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