
Im Luftbad Eichkamp war’s, wir spielten Kreisball – ein ganz famoses, lustiges Spiel.
Am lustigsten aber, wenn so ein recht dreikantiger Tölpel dabei ist wie unserer da; flumm! schon fliegt ihm der dicke Ball wieder an den Kopf. „Aufpassen! Hören Sie denn nicht!“ Er geht ganz ernst, ganz selbstverständlich in die Mitte …
Und nun muss er springen. Keiner macht da einen Fehlwurf. Und wie er hopst; wir biegen uns vor Lachen. Genug! Das Spiel geht weiter … „Manege werfen, keinen überschlagen!“ Da, schon wieder hat er nicht aufgepasst: „Rein, in die Mitte!“ – Wie der arme Kerl sich abquält, eine voll gespannte Aufmerksamkeit in den Zügen, und doch verpasst er jeden Anruf, jede Gelegenheit, einem Wurf auszuweichen.
Es wird bald auch den Wildesten zu viel; man lässt ihn. Aber lachen muss man immer wieder und wieder über diesen Tollpatsch – eine tolle Ausgelassenheit …
Als wir heim wollen, bringt er uns einen Zettel, auf welchem stand: Er danke uns auch schön und sage adieu aufs nächste Mal. Er könne uns leider nicht verstehen, er sei taubstumm.
Zyklisches
Friedrich Wolf – ein Erzähler, der den Puls der Zeit spürt und in seinen Erzählungen die Abgründe des Menschseins beleuchtet. Seine Figuren sind Gequälte, Verzweifelte, Suchende – Menschen, die zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und individuellen Schicksalen gefangen sind. Ob der blinde Musiker, dessen Leben in einem leisen Ton vergeht, die erschöpfte Näherin, deren Lachen im monotonen Nähgeräusch erstickt, oder der taubstumme Junge, der aus der Mitte eines Spiels verstoßen wird – Wolf zeigt uns in all diesen Schicksalen die Essenz des Lebens und der sozialen Ungerechtigkeit. Mit scharfem Blick und emotionaler Tiefe stellt er uns die Frage: Wie viel Menschlichkeit bleibt in einer Welt, die von Gleichgültigkeit und Macht dominiert wird? Diese Erzählungen lassen uns nicht los, sie sind ein Spiegel der Vergangenheit und ein Warnruf für die Gegenwart. Ein literarisches Werk, das heute dringlicher denn je erscheint.
Beschreibung
Friedrich Wolf – ein Erzähler, der den Puls der Zeit spürt und in seinen Erzählungen die Abgründe des Menschseins beleuchtet. Seine Figuren sind Gequälte, Verzweifelte, Suchende – Menschen, die zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und individuellen Schicksalen gefangen sind. Ob der blinde Musiker, dessen Leben in einem leisen Ton vergeht, die erschöpfte Näherin, deren Lachen im monotonen Nähgeräusch erstickt, oder der taubstumme Junge, der aus der Mitte eines Spiels verstoßen wird – Wolf zeigt uns in all diesen Schicksalen die Essenz des Lebens und der sozialen Ungerechtigkeit. Mit scharfem Blick und emotionaler Tiefe stellt er uns die Frage: Wie viel Menschlichkeit bleibt in einer Welt, die von Gleichgültigkeit und Macht dominiert wird? Diese Erzählungen lassen uns nicht los, sie sind ein Spiegel der Vergangenheit und ein Warnruf für die Gegenwart. Ein literarisches Werk, das heute dringlicher denn je erscheint.
Bibliografische Angaben
| Erstveröffentlichung | 04.11.4750 |
|---|---|
| E-Book-Ausgabe | 13.09.2024 |
| Seiten | 18 |
| ISBN (EPUB) | 978-3-68912-222-5 |
| ISBN (PDF) | 978-3-68912-223-2 |
| ASIN (Kindle) | B0DGRT1H8G |
| Verlag | EDITION digital |
| Sprache | deutsch |
Schlagwörter
Dunkle PoesieEmpathieEntfremdungExistenzkampfGesellschaftskritikHoffnungslosigkeitIsolationKampf ums ÜberlebenMenschliche WürdeMenschlichkeitNäherinAlterSchicksaleSehnsuchtSozialer AbstiegSprachlosigkeitStummes LeidTaubstummTragikUngerechtigkeitVerletzlichkeitVerlorene TräumeWiderstandsoziale UngerechtigkeitLeseprobe
Im Luftbad Eichkamp war’s, wir spielten Kreisball – ein ganz famoses, lustiges Spiel.
Am lustigsten aber, wenn so ein recht dreikantiger Tölpel dabei ist wie unserer da; flumm! schon fliegt ihm der dicke Ball wieder an den Kopf. „Aufpassen! Hören Sie denn nicht!“ Er geht ganz ernst, ganz selbstverständlich in die Mitte …
Und nun muss er springen. Keiner macht da einen Fehlwurf. Und wie er hopst; wir biegen uns vor Lachen. Genug! Das Spiel geht weiter … „Manege werfen, keinen überschlagen!“ Da, schon wieder hat er nicht aufgepasst: „Rein, in die Mitte!“ – Wie der arme Kerl sich abquält, eine voll gespannte Aufmerksamkeit in den Zügen, und doch verpasst er jeden Anruf, jede Gelegenheit, einem Wurf auszuweichen.
Es wird bald auch den Wildesten zu viel; man lässt ihn. Aber lachen muss man immer wieder und wieder über diesen Tollpatsch – eine tolle Ausgelassenheit …
Als wir heim wollen, bringt er uns einen Zettel, auf welchem stand: Er danke uns auch schön und sage adieu aufs nächste Mal. Er könne uns leider nicht verstehen, er sei taubstumm.
Inhaltsverzeichnis
Die Mundharmonika
Näherin
Ballspiel
Man lebt
Friedrich Wolf
Weitere Bücher von Friedrich Wolf
Der Unbedingte - zwischen Wahn und Vision. Ein Schauspiel
Die schwarze Sonne - wenn Götzen stürzen. Fantastische Komödie mit Tanz und Gesang
Das bist du - eine Allegorie des Menschseins. Ein Schauspiel
Der neue Stern
Herbstliches Intermezzo
Das Heldenepos des Alten Bundes





