
Es lebte einst vor Hunderten von Jahren im Land der Obotriten ein König. Der hatte drei Söhne, stattlich von Wuchs und von lebhaftem Geist. Der älteste galt als besonders klug, der mittlere als treu und standhaft in allen Dingen, gerühmt wegen seiner glühenden Freiheitsliebe. Nur der jüngste schien aus der Art geschlagen. Er hatte seine Heimat verlassen, die ihm zu ärmlich dünkte, eine reiche Prinzessin geheiratet und achtete nun sein Vaterland gering.
Die beiden anderen Söhne aber hielten fest zu ihrem königlichen Vater. Das tat ihm wohl; eine bittere Zeit war angebrochen. Deutsche Eroberer überfluteten das Land.
Der König, ein starker, stolzer und aufbrausender Mann, fand Tag und Nacht keine Ruhe, solange die Feinde in seinem Land wüteten. Stets war er der erste, wenn sich eine Gelegenheit bot, ihnen zuzusetzen. Listig verließ er die Burgen, die ihm nicht sicher dünkten, brannte sie hinter sich ab und zog sich auf jene zurück, die tief in den Wäldern lagen, geschützt durch einen Fluss und das Moor.
Eines Tages geriet er in unbändigen Zorn. Der älteste Sohn war unverrichteter Dinge von einem Überfall zurückgekehrt. Dieser hatte nämlich von seinem Vater gelernt: Wer siegen will, muss listig sein. Und List braucht Besonnenheit. Er ließ also, wie in diesem Falle, von einem Plan, da die Feinde in zu großer Überzahl waren.
Dem Vater aber erschien dies jetzt Feigheit. Wütend scharrte er einige Krieger um sich, verließ die Burg und versteckte sich mit ihnen neben einem Weg, an welchem seit geraumer Zeit deutsche Knechte vorbeiritten, um Futter für die Pferde zu holen.
Petermännchen, der verwunschene Prinz.
Die Deutschen erobern im 12. Jahrhundert endgültig das Mecklenburger Land, ein deutscher Priester verwünscht den einheimischen slawischen Obotritenprinzen in einen Zwerg. Als Schlossgeist hofft dieser nun auf Erlösung. Wird es gelingen? – In heiteren, aber auch tragischen und nachdenklichen Geschichten sind die Verwünschungssage in ihrem geschichtlichen Zusammenhang und vielfältige Möglichkeiten der Erlösung des Geistes auf der Grundlage der Volksüberlieferungen gestaltet. Für Leser ab 8 Jahren. Mit Nachwort.
Beschreibung
Die Deutschen erobern im 12. Jahrhundert endgültig das Mecklenburger Land, ein deutscher Priester verwünscht den einheimischen slawischen Obotritenprinzen in einen Zwerg. Als Schlossgeist hofft dieser nun auf Erlösung. Wird es gelingen? – In heiteren, aber auch tragischen und nachdenklichen Geschichten sind die Verwünschungssage in ihrem geschichtlichen Zusammenhang und vielfältige Möglichkeiten der Erlösung des Geistes auf der Grundlage der Volksüberlieferungen gestaltet.
Für Leser ab 8 Jahren. Mit Nachwort.
Bibliografische Angaben
| Erstveröffentlichung | 01.01.1991 |
|---|---|
| E-Book-Ausgabe | 01.01.1992 |
| Seiten | 112 |
| ISBN (EPUB) | 978-3-86394-033-1 |
| ISBN (PDF) | 978-3-86394-047-8 |
| ASIN (Kindle) | B00WXLFG12 |
| Verlag | EDITION digital |
| Sprache | deutsch |
Schlagwörter
SchwerinPetermännchenSchlossgeistSchlossSchweriner SeeUnterirdische GängePrinzSchatzkammerSchutzgeistGroßherzogBurggartenFelsengrotteSagenSagengestaltObotritenVerwünschungErlösungVolksüberlieferungLeseprobe
Es lebte einst vor Hunderten von Jahren im Land der Obotriten ein König. Der hatte drei Söhne, stattlich von Wuchs und von lebhaftem Geist. Der älteste galt als besonders klug, der mittlere als treu und standhaft in allen Dingen, gerühmt wegen seiner glühenden Freiheitsliebe. Nur der jüngste schien aus der Art geschlagen. Er hatte seine Heimat verlassen, die ihm zu ärmlich dünkte, eine reiche Prinzessin geheiratet und achtete nun sein Vaterland gering.
Die beiden anderen Söhne aber hielten fest zu ihrem königlichen Vater. Das tat ihm wohl; eine bittere Zeit war angebrochen. Deutsche Eroberer überfluteten das Land.
Der König, ein starker, stolzer und aufbrausender Mann, fand Tag und Nacht keine Ruhe, solange die Feinde in seinem Land wüteten. Stets war er der erste, wenn sich eine Gelegenheit bot, ihnen zuzusetzen. Listig verließ er die Burgen, die ihm nicht sicher dünkten, brannte sie hinter sich ab und zog sich auf jene zurück, die tief in den Wäldern lagen, geschützt durch einen Fluss und das Moor.
Eines Tages geriet er in unbändigen Zorn. Der älteste Sohn war unverrichteter Dinge von einem Überfall zurückgekehrt. Dieser hatte nämlich von seinem Vater gelernt: Wer siegen will, muss listig sein. Und List braucht Besonnenheit. Er ließ also, wie in diesem Falle, von einem Plan, da die Feinde in zu großer Überzahl waren.
Dem Vater aber erschien dies jetzt Feigheit. Wütend scharrte er einige Krieger um sich, verließ die Burg und versteckte sich mit ihnen neben einem Weg, an welchem seit geraumer Zeit deutsche Knechte vorbeiritten, um Futter für die Pferde zu holen.
Inhaltsverzeichnis
Der verwunschene Prinz
Bitteres Brot
Die Unterirdischen im Petersberg
Ein Petermännchen bleibt im Schweriner Land
Der königliche Zwerg
Das Geheimnis der Felsengrotte
Die versunkene Stadt
Der Feuerschlund im See
Der habgierige Fischer
Der berauschte Nachtwächter
Die neugierige Köchin
Von einem faulen Soldaten
Von einem gutmütigen Soldaten
Der geschwätzige Prahlhans
Ein Goldstück zuviel
Erika Borchardt
Weitere Bücher von Erika Borchardt
Im Paradies des Verkehrsteufels. De Verkiehrsdüwel. Theaterstück
Petermännchen, der Poltergeist.
Das Geheimnis der Felsengrotte. Sagen aus Schwerin und Umgebung
Zwei Kahnschnecken voller Gold. Sagen-Geschichten aus Pinnow, Godern und Raben Steinfeld
Petermännchen. Der Schweriner Schlossgeist
Wie Petermännchen zu Hut und Stelzen kamÄhnliche Bücher
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Petermännchen. Der geheimnisvolle Zwerg.
Petermännchen. Der Schweriner Schlossgeist
50 der spannendsten und interessantesten Sagen in und um Schwerin. Kurz und knackig nacherzählt und zum Teil neu gefasst
Petermännchen – Schlossgeist mit Witz. Das Faultier im Burggarten. Eine schallende Lektion.Die Schweriner Petermännchen-Comics, Band 1