
Die Industrie!
Ehemals ein stolzes Gebäude, geachtet von allen Völkern, ist die deutsche Industrie heute ein Trümmerhaufen. So trostlos ist die Lage, dass es schwer ist, seine Fassung zu bewahren! Wahrhaftig, wir sind ein Volk, das in die tiefste Hölle gestürzt wurde und heute seinem Schöpfer danken muss, noch atmen zu können.
Die riesigen Hallen der Arbeit sind Schutt, die Maschinen zertrümmert, die Rohstoffvorräte verbrannt, vielerorts liegen die Zechen still.
Die Hochöfen sind erloschen, die Kokereien zerstört. Der Stamm der Facharbeiter ist tot oder dezimiert. Wo noch Fabrikationsräume bestehen, fehlen die Rohstoffe, wo noch Rohstoffe vorhanden sind, fehlen die Räume, und Millionen arbeitswilliger Hände müssen feiern. Die gesamte Exportindustrie ist ziemlich restlos vernichtet. Von ihrem Fleiß aber, ihrer Regsamkeit, ihrer Erfinderkraft lebten wir zum großen Teil!
Noch nie befand sich ein großes Volk in einer ähnlich fürchterlichen Lage. Erst ganz allmählich, das ist ein gewisser Trost, wird sie dem Volke bewusst werden.
Wenn man alle Überreste an Fabrikationsräumen, Maschinen, Rohstoffen und Facharbeitern zusammenschließt, so wird es kaum möglich sein, einen reduzierten Inlandsbedarf zu decken, von einem nennenswerten Export kann jahrelang nicht die Rede sein.
Indessen, wir haben keine Zeit, düsteren Gedanken nachzuhängen. Mut, Mut, raffen wir alle unsere Kräfte zusammen und beginnen mit dem Notwendigsten, dem Allerdringlichsten. Die Maschine, die uns mit Motoren und Tanks zermalmte, wird die Rolle des Helfers und Retters spielen.
Was sollen wir tun? Wege aus Schutt und Asche
Deutschland liegt nach dem Zweiten Weltkrieg in Trümmern – Städte zerstört, die Wirtschaft am Boden, das Vertrauen der Welt erschüttert. In dieser Zeit voller Hunger, Hoffnungslosigkeit und Umbrüche ruft Bernhard Kellermann in leidenschaftlichen Worten zu einem radikalen Neuanfang auf.In seinem eindringlichen Appell beschreibt er nicht nur die katastrophale Lage, sondern zeigt klare Wege auf: eine grundlegende Bodenreform, eine wissenschaftlich gestützte Landwirtschaft, gemeinschaftliche Anstrengungen beim Wiederaufbau, eine neue geistige Haltung. Sein Text ist ein historisches Dokument von seltener Klarheit und Entschlossenheit – ein Aufruf an ein Volk, sich aus eigener Kraft zu erneuern.„Was sollen wir tun?“ ist mehr als ein Zeitdokument. Es ist ein Aufruf zum Handeln, zur Verantwortung und zum Aufbau eines demokratischen, friedlichen Deutschlands.
Beschreibung
Deutschland liegt nach dem Zweiten Weltkrieg in Trümmern – Städte zerstört, die Wirtschaft am Boden, das Vertrauen der Welt erschüttert. In dieser Zeit voller Hunger, Hoffnungslosigkeit und Umbrüche ruft Bernhard Kellermann in leidenschaftlichen Worten zu einem radikalen Neuanfang auf.
In seinem eindringlichen Appell beschreibt er nicht nur die katastrophale Lage, sondern zeigt klare Wege auf: eine grundlegende Bodenreform, eine wissenschaftlich gestützte Landwirtschaft, gemeinschaftliche Anstrengungen beim Wiederaufbau, eine neue geistige Haltung. Sein Text ist ein historisches Dokument von seltener Klarheit und Entschlossenheit – ein Aufruf an ein Volk, sich aus eigener Kraft zu erneuern.
„Was sollen wir tun?“ ist mehr als ein Zeitdokument. Es ist ein Aufruf zum Handeln, zur Verantwortung und zum Aufbau eines demokratischen, friedlichen Deutschlands.
Bibliografische Angaben
| Erstveröffentlichung | 04.11.8402 |
|---|---|
| E-Book-Ausgabe | 01.01.2026 |
| Seiten | 99 |
| ISBN (EPUB) | 978-3-68912-607-0 |
| ISBN (PDF) | 978-3-68912-608-7 |
| ASIN (Kindle) | B0G4XCP81J |
| Verlag | EDITION digital |
| Sprache | deutsch |
Schlagwörter
Wiederaufbau2. WeltkriegNachkriegBodenreformLandwirtschaftHungerMutErneuerungDeutschlandAuferstehungDemokratieGemeinschaftIndustrieFleißVerantwortungSiedlungNeubeginnHoffnungZusammenhaltGeschichteBernhard KellermannDeutschland 1945NachkriegszeitWirtschaftLeseprobe
Die Industrie!
Ehemals ein stolzes Gebäude, geachtet von allen Völkern, ist die deutsche Industrie heute ein Trümmerhaufen. So trostlos ist die Lage, dass es schwer ist, seine Fassung zu bewahren! Wahrhaftig, wir sind ein Volk, das in die tiefste Hölle gestürzt wurde und heute seinem Schöpfer danken muss, noch atmen zu können.
Die riesigen Hallen der Arbeit sind Schutt, die Maschinen zertrümmert, die Rohstoffvorräte verbrannt, vielerorts liegen die Zechen still.
Die Hochöfen sind erloschen, die Kokereien zerstört. Der Stamm der Facharbeiter ist tot oder dezimiert. Wo noch Fabrikationsräume bestehen, fehlen die Rohstoffe, wo noch Rohstoffe vorhanden sind, fehlen die Räume, und Millionen arbeitswilliger Hände müssen feiern. Die gesamte Exportindustrie ist ziemlich restlos vernichtet. Von ihrem Fleiß aber, ihrer Regsamkeit, ihrer Erfinderkraft lebten wir zum großen Teil!
Noch nie befand sich ein großes Volk in einer ähnlich fürchterlichen Lage. Erst ganz allmählich, das ist ein gewisser Trost, wird sie dem Volke bewusst werden.
Wenn man alle Überreste an Fabrikationsräumen, Maschinen, Rohstoffen und Facharbeitern zusammenschließt, so wird es kaum möglich sein, einen reduzierten Inlandsbedarf zu decken, von einem nennenswerten Export kann jahrelang nicht die Rede sein.
Indessen, wir haben keine Zeit, düsteren Gedanken nachzuhängen. Mut, Mut, raffen wir alle unsere Kräfte zusammen und beginnen mit dem Notwendigsten, dem Allerdringlichsten. Die Maschine, die uns mit Motoren und Tanks zermalmte, wird die Rolle des Helfers und Retters spielen.
Bernhard Kellermann
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