
Da haben sich nämlich dieser Tage einige von dem neuen Ersatz über den rauen Ton meiner Ansprachen geäußert, über „den Sauherdenton unsres Oberleutnants Zahnlücke“, wie das einer der Herren Metallfritzen aus den Betrieben zu nennen beliebt. Also werde ich einmal versuchen, mit euch vornehmen Intelligenzbestien zu reden, als ob ihr Menschen oder richtige Soldaten wäret … zumal auch unser Propagandaminister jetzt neuerdings die leicht verrohte und verrottete Berliner Bevölkerung zu einem „Höflichkeitswettbewerb“ aufgefordert hat.
Na ja, da hat unser Minister mal wieder einen phänomenalen Coup gelandet. Ist doch klar: Im Krieg, da spielt die Höflichkeit eine ganz entscheidende Hauptrolle! Ein höfliches Wort … da hört der hungrigste Magen sofort auf zu knurren, das ist wie eine Bratwurst auf einem heißen Stein, das ist wie Sabadillessig gegen die Läuse und wie Talg gegen Schweißfüße – einfach tolle Sache!
Feix nicht so blöd wie ein Mondkalb, ja dich meine ich, Raidelhuber, nimm deine krummen Kalbshaxen zusammen, wenn ich mit dir rede, du unfertige Geburt, du Kreuzung von einem Regenwurm und einem Stachelschwein!
Also, was ich sagen wollte: Höflichkeit muss sein, auch im Kriege, das gehört sich so unter Menschen! Ha, da zwinkerst du mit deinen Butteraugen dem Oberleutnant Zahnlücke Beifall zu, du da im zweiten Glied, du jammervolles Stückchen Urschleim! Höflichkeit unter Menschen? Aber seid ihr verlausten und verwilderten Frontschweine denn noch „Menschen“? Seht ihr, hier hängt der Haken! Ist doch logisch!
Wenn ich nämlich meine Blicke immer wieder schweifen lasse über diese Kollektion von Untermenschen, da geht mir direkt die Mütze hoch! Wo sind noch die alten Kerle meiner ehemals so ruhmreichen 5. Kompanie? Fehlanzeige! Tot, verstümmelt, verschollen, in Walhalla! Wo ist die alte Einsatzbereitschaft, wo sind die kampfesglühenden Augen? Fehlanzeige! Stattdessen mürrische böse Gesichter mit langen hungrigen Zähnen wie von Waldpavianen. Wo sind meine muskulösen, la trainierten Draufgänger vom letzten Jahr? Fehlanzeige! Stattdessen ausgemergelte, verlauste Steppenhunde, alte Ziegenböcke mit Intelligenzköpfchen und dem wilden Trieb: Heim zu Muttern! Tiere seid ihr, aber keine Menschen.
Ansprachen des Oberleutnants Zahnlücke an seine 5. Kompanie
Mit scharfem Humor und beißender Ironie führt uns Oberleutnant Zahnlücke an die Front des Zweiten Weltkriegs. In seinen unverblümten, teils absurden Ansprachen an die Soldaten seiner 5. Kompanie spiegelt sich der Wahnsinn des Krieges wider. Zwischen Zynismus, Galgenhumor und verzweifelter Loyalität zur Obrigkeit zeigen sich die tiefen Abgründe menschlicher Existenz in Extremsituationen. Ein erschütterndes Zeitdokument, das den Leser herausfordert, über Krieg, Macht und die Manipulation des Einzelnen nachzudenken. Oberleutnant Zahnlücke hält uns den Spiegel der Absurdität vor – erschreckend relevant in einer Welt, die immer wieder vor ähnlichen Abgründen steht.
Beschreibung
Mit scharfem Humor und beißender Ironie führt uns Oberleutnant Zahnlücke an die Front des Zweiten Weltkriegs. In seinen unverblümten, teils absurden Ansprachen an die Soldaten seiner 5. Kompanie spiegelt sich der Wahnsinn des Krieges wider. Zwischen Zynismus, Galgenhumor und verzweifelter Loyalität zur Obrigkeit zeigen sich die tiefen Abgründe menschlicher Existenz in Extremsituationen. Ein erschütterndes Zeitdokument, das den Leser herausfordert, über Krieg, Macht und die Manipulation des Einzelnen nachzudenken. Oberleutnant Zahnlücke hält uns den Spiegel der Absurdität vor – erschreckend relevant in einer Welt, die immer wieder vor ähnlichen Abgründen steht.
Bibliografische Angaben
| Erstveröffentlichung | 15342 |
|---|---|
| E-Book-Ausgabe | 04.09.2024 |
| Seiten | 33 |
| ISBN (EPUB) | 978-3-68912-208-9 |
| ISBN (PDF) | 978-3-68912-209-6 |
| ASIN (Kindle) | B0DG37R8D1 |
| Verlag | EDITION digital |
| Sprache | deutsch |
Schlagwörter
Absurder HumorAbsurdität des KriegesAnsprachenFrontalltagFührungskritikGalgenhumorIronieKriegsirrsinnKriegsmoralKriegspropagandaKriegssatireMenschlichkeit im KriegMilitärparodieOstfrontSarkasmusSatireSoldatenschicksalSoldatenspracheStalingradÜberlebenskampfZweiter WeltkriegZynismusOberleutnant Zahnlücke5. KompanieLeseprobe
Da haben sich nämlich dieser Tage einige von dem neuen Ersatz über den rauen Ton meiner Ansprachen geäußert, über „den Sauherdenton unsres Oberleutnants Zahnlücke“, wie das einer der Herren Metallfritzen aus den Betrieben zu nennen beliebt. Also werde ich einmal versuchen, mit euch vornehmen Intelligenzbestien zu reden, als ob ihr Menschen oder richtige Soldaten wäret … zumal auch unser Propagandaminister jetzt neuerdings die leicht verrohte und verrottete Berliner Bevölkerung zu einem „Höflichkeitswettbewerb“ aufgefordert hat.
Na ja, da hat unser Minister mal wieder einen phänomenalen Coup gelandet. Ist doch klar: Im Krieg, da spielt die Höflichkeit eine ganz entscheidende Hauptrolle! Ein höfliches Wort … da hört der hungrigste Magen sofort auf zu knurren, das ist wie eine Bratwurst auf einem heißen Stein, das ist wie Sabadillessig gegen die Läuse und wie Talg gegen Schweißfüße – einfach tolle Sache!
Feix nicht so blöd wie ein Mondkalb, ja dich meine ich, Raidelhuber, nimm deine krummen Kalbshaxen zusammen, wenn ich mit dir rede, du unfertige Geburt, du Kreuzung von einem Regenwurm und einem Stachelschwein!
Also, was ich sagen wollte: Höflichkeit muss sein, auch im Kriege, das gehört sich so unter Menschen! Ha, da zwinkerst du mit deinen Butteraugen dem Oberleutnant Zahnlücke Beifall zu, du da im zweiten Glied, du jammervolles Stückchen Urschleim! Höflichkeit unter Menschen? Aber seid ihr verlausten und verwilderten Frontschweine denn noch „Menschen“? Seht ihr, hier hängt der Haken! Ist doch logisch!
Wenn ich nämlich meine Blicke immer wieder schweifen lasse über diese Kollektion von Untermenschen, da geht mir direkt die Mütze hoch! Wo sind noch die alten Kerle meiner ehemals so ruhmreichen 5. Kompanie? Fehlanzeige! Tot, verstümmelt, verschollen, in Walhalla! Wo ist die alte Einsatzbereitschaft, wo sind die kampfesglühenden Augen? Fehlanzeige! Stattdessen mürrische böse Gesichter mit langen hungrigen Zähnen wie von Waldpavianen. Wo sind meine muskulösen, la trainierten Draufgänger vom letzten Jahr? Fehlanzeige! Stattdessen ausgemergelte, verlauste Steppenhunde, alte Ziegenböcke mit Intelligenzköpfchen und dem wilden Trieb: Heim zu Muttern! Tiere seid ihr, aber keine Menschen.
Inhaltsverzeichnis
Oberleutnant Zahnlückes Ansprache über die Korsettstangen
Oberleutnant Zahnlücke spricht zu seiner 5. Kompanie über den „Wehrbauern“
Oberleutnant Zahnlückes Ansprache über die Höflichkeit
Ansprache des Oberleutnants Zahnlücke über die Logik
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