
Mutter Henschel hat das Mädel unter dauerndem Geschimpfe in Schrimpfs Bett gelegt, entkleidet und gesäubert: Ja, so ist das heut! Das will Berlin sein! Kein Licht hier am Nollendorfplatz! Und der Herr Polizeiwachtmeister bringt sein Mensch mit dem Balg, dem das Kindspech noch in den Augen klebt wie ’ner blinden jungen Katze, zur Mietsfrau mit. Zeiten sind das. Du Dreckspatz von einem Rabenvater, du Handvoll Dienstfrei … kennen wir! Sie haut mit ihrer großen fleischigen Hand dem Kleinen auf das Ärschchen, dass es nur so kräht.
„Was hat es?“, fragt das Mädel erschrocken. „Will es trinken?“
„Trinken?“, knurrt die Alte. „Schreien will der Mensch zuerst, du armes Dusseltier, schreien!“
Schrimpf, der weggegangen war, die Klinik anzurufen oder ‘ne Hebamme zu holen, ist wieder eingetreten. Er schlägt sich die Arme warm und legt den Mantel ab: „Nichts!“
„Da haben wir den Salat!“, meint die Mutter Henschel und geht zur Küche, um nach dem heißen Kaffee zu sehen.
Der Wachtmeister und die Hanne
Im verschneiten Berlin der Nachkriegszeit, inmitten von Trümmern und Hoffnungslosigkeit, begegnet abends nach Dienstschluss der mürrische Polizeiwachtmeister Schrimpf einer jungen Frau namens Hanne, die verzweifelt mit ihrem neugeborenen Kind Schutz sucht. Was als eine routinemäßige Kontrolle beginnt, verwandelt sich schnell in eine unerwartete Verantwortung, die Schrimpfs Leben auf den Kopf stellt. In einer Welt, die sich am Rande des Zerfalls befindet, entdeckt er durch die Fürsorge für Mutter und Kind einen Funken Menschlichkeit, der ihm längst verloren schien. Eine ergreifende Erzählung über Pflicht, Mitgefühl und die Kraft des Überlebens.
Beschreibung
Im verschneiten Berlin der Nachkriegszeit, inmitten von Trümmern und Hoffnungslosigkeit, begegnet abends nach Dienstschluss der mürrische Polizeiwachtmeister Schrimpf einer jungen Frau namens Hanne, die verzweifelt mit ihrem neugeborenen Kind Schutz sucht. Was als eine routinemäßige Kontrolle beginnt, verwandelt sich schnell in eine unerwartete Verantwortung, die Schrimpfs Leben auf den Kopf stellt. In einer Welt, die sich am Rande des Zerfalls befindet, entdeckt er durch die Fürsorge für Mutter und Kind einen Funken Menschlichkeit, der ihm längst verloren schien. Eine ergreifende Erzählung über Pflicht, Mitgefühl und die Kraft des Überlebens.
Bibliografische Angaben
| Erstveröffentlichung | 17533 |
|---|---|
| E-Book-Ausgabe | 21.08.2024 |
| Seiten | 14 |
| ISBN (EPUB) | 978-3-68912-192-1 |
| ISBN (PDF) | 978-3-68912-193-8 |
| ASIN (Kindle) | B0DDMBL9V6 |
| Verlag | EDITION digital |
| Sprache | deutsch |
Schlagwörter
BedrängnisBerlinEinzelschicksalHoffnungHoffnungslosigkeitInnere StärkeKälteMenschlichkeitMutterliebeNachkriegszeitNeuanfangNollendorfplatzNotlagePolizeiwachtmeisterSchnee und EisSchutz und HilfeTrümmerÜberlebenskampfVerantwortungBabyEntbindungZivilcourageHanneNeugeborenesLeseprobe
Mutter Henschel hat das Mädel unter dauerndem Geschimpfe in Schrimpfs Bett gelegt, entkleidet und gesäubert: Ja, so ist das heut! Das will Berlin sein! Kein Licht hier am Nollendorfplatz! Und der Herr Polizeiwachtmeister bringt sein Mensch mit dem Balg, dem das Kindspech noch in den Augen klebt wie ’ner blinden jungen Katze, zur Mietsfrau mit. Zeiten sind das. Du Dreckspatz von einem Rabenvater, du Handvoll Dienstfrei … kennen wir! Sie haut mit ihrer großen fleischigen Hand dem Kleinen auf das Ärschchen, dass es nur so kräht.
„Was hat es?“, fragt das Mädel erschrocken. „Will es trinken?“
„Trinken?“, knurrt die Alte. „Schreien will der Mensch zuerst, du armes Dusseltier, schreien!“
Schrimpf, der weggegangen war, die Klinik anzurufen oder ‘ne Hebamme zu holen, ist wieder eingetreten. Er schlägt sich die Arme warm und legt den Mantel ab: „Nichts!“
„Da haben wir den Salat!“, meint die Mutter Henschel und geht zur Küche, um nach dem heißen Kaffee zu sehen.
Friedrich Wolf
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