
Natürlich beginnt der Vater von der guten alten Zeit zu erzählen, von seinen Erlebnissen als Jagdflieger, von unserer gemeinsamen Zeit bei der Infanterie. Ich ergänze, wie er sich damals bei unserem Kommandeur die Schnauze verbrannte: dass dieser ganze bis zum Weißbluten geführte Krieg völlig sinnlos sei, und wie er um ein Haar vor ein Kriegsgericht gestellt worden wäre.
„Andere Zeiten, andere Menschen …“, knurrt Vater Arnold.
„Donnerja“, meint Herbert, „so einer warst du?“
„Jawohl, war ich; aber wenn ich heute die Schnauze aufmache …“
„Heute ist ja auch Frieden, Vater.“
„Schöner Frieden!“ Und zu mir gewandt: „Sieh dir bloß den Jungen an. Blass wie eine Motte im Schrank! Blutarm! Nichts zwischen den Rippen! Dazu die Arbeit draußen!“
Die ausgefransten Hosen
Eine fesselnde Erzählung über Freundschaft, Krieg und die Narben, die der Wandel der Zeit hinterlässt. Im Schatten zweier Weltkriege begegnen sich alte Kameraden wieder: Arnold, ein einst brillanter Ingenieur und mutiger Jagdflieger, und sein Freund, der Erzähler, der ihm einst zur Seite stand. Doch die Welt hat sich verändert, und mit ihr die Menschen. Arnold, gezeichnet von den Wirren des Krieges und dem Zwang, sich einer Ideologie anzuschließen, die er einst verachtete, steht nun in ausgefransten Hosen vor seinem Freund. Das Treffen wird zu einer Reise in die Vergangenheit, in der die Werte von damals auf die Realität von heute treffen. Können sie ihre alte Freundschaft neu beleben, oder sind die Narben der Geschichte zu tief? Eine tiefgründige und bewegende Erzählung über die Zerbrechlichkeit von Idealen und die Härte des Überlebens.
Beschreibung
Eine fesselnde Erzählung über Freundschaft, Krieg und die Narben, die der Wandel der Zeit hinterlässt. Im Schatten zweier Weltkriege begegnen sich alte Kameraden wieder: Arnold, ein einst brillanter Ingenieur und mutiger Jagdflieger, und sein Freund, der Erzähler, der ihm einst zur Seite stand. Doch die Welt hat sich verändert, und mit ihr die Menschen. Arnold, gezeichnet von den Wirren des Krieges und dem Zwang, sich einer Ideologie anzuschließen, die er einst verachtete, steht nun in ausgefransten Hosen vor seinem Freund. Das Treffen wird zu einer Reise in die Vergangenheit, in der die Werte von damals auf die Realität von heute treffen. Können sie ihre alte Freundschaft neu beleben, oder sind die Narben der Geschichte zu tief? Eine tiefgründige und bewegende Erzählung über die Zerbrechlichkeit von Idealen und die Härte des Überlebens.
Bibliografische Angaben
| Erstveröffentlichung | 17533 |
|---|---|
| E-Book-Ausgabe | 21.08.2024 |
| Seiten | 14 |
| ISBN (EPUB) | 978-3-68912-194-5 |
| ISBN (PDF) | 978-3-68912-195-2 |
| ASIN (Kindle) | B0DDQGZ61R |
| Verlag | EDITION digital |
| Sprache | deutsch |
Schlagwörter
ErinnerungenFreundschaftIdeologieKameradschaftKriegserfahrungKriegsgerichtKriegstraumaKriegsveteranenLebenswandelMenschlichkeitMoralische KonflikteNarbenNSDAPOppositionReueSchicksalSohnTheaterÜberlebenVergangenheitsbewältigungVerlustErster WeltkriegZweiter WeltkriegZeitgeschichteLeseprobe
Natürlich beginnt der Vater von der guten alten Zeit zu erzählen, von seinen Erlebnissen als Jagdflieger, von unserer gemeinsamen Zeit bei der Infanterie. Ich ergänze, wie er sich damals bei unserem Kommandeur die Schnauze verbrannte: dass dieser ganze bis zum Weißbluten geführte Krieg völlig sinnlos sei, und wie er um ein Haar vor ein Kriegsgericht gestellt worden wäre.
„Andere Zeiten, andere Menschen …“, knurrt Vater Arnold.
„Donnerja“, meint Herbert, „so einer warst du?“
„Jawohl, war ich; aber wenn ich heute die Schnauze aufmache …“
„Heute ist ja auch Frieden, Vater.“
„Schöner Frieden!“ Und zu mir gewandt: „Sieh dir bloß den Jungen an. Blass wie eine Motte im Schrank! Blutarm! Nichts zwischen den Rippen! Dazu die Arbeit draußen!“
Friedrich Wolf
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