
Und dann kommt es doch früher, als sie dachte. Sie hat gerade die Kette ihrer Webmaschine gespannt, den Schalthebel eingedrückt, während sie mit der anderen Hand die „Lade“ vorzieht. Da spürt sie einen Stoß im Leib, als breche sie auseinander. Um Gottes willen, nur jetzt nicht! Sie macht einen Schritt, will hinaus und sinkt nieder.
Ihre Nachbarin, das Emmale, hat ihre Maschine schnell abgestellt. „Ist dir schlecht, Res?“ Auch die schwarze Marie, eine junge Frau, ist hinzugesprungen: „Was hast du?“ Plötzlich erkennen die beiden, worum es geht.
„Einen Arzt!“, ruft das Emmale.
„Nein, ach Mädels, helft mir doch!“, stöhnt die Res, während nun auch die Hilda, die Anni und die andern hinzukommen.
„Zurück! Seid wohl närrisch, alle von den Maschinen wegzurennen!“, fährt die Marie sie an. „Los, Anni, lauf zur Hebamme, zur Fräulein Minna, sie soll sofort hierher!“
„Lasst mich, Mädels, gebt mir ’ne Decke!“, bittet, mit den Zähnen wie vor Kälte klappernd, die Res. „Es hat ja keinen Wert mehr!“ Und plötzlich schreit sie auf.
Fabriklegende oder Das Leben geht weiter
Das Leben auf der rauen Alb ist kein Märchen, sondern ein Überlebenskampf.Die junge Res ist hart im Nehmen, stark wie ein Schmied und unermüdlich in ihrer Arbeit. Doch das Leben hat es nicht leicht mit ihr – ein unbarmherziger Vater, harte Arbeit in der Fabrik und ein Geheimnis, das schwer auf ihrem Herzen lastet. Als sie eines Tages zusammenbricht, wird ihr Leben dramatisch verändert. Zwischen den starren Regeln des Landlebens und der harten Fabrikwelt muss Res einen Weg finden, weiterzumachen. Kann sie inmitten der Kälte und Härte einen Funken Hoffnung entdecken? „Das Leben geht weiter“ ist eine eindringliche Geschichte über Stärke, Verzweiflung und den unaufhaltsamen Willen, trotz aller Widrigkeiten weiterzumachen.
Beschreibung
Das Leben auf der rauen Alb ist kein Märchen, sondern ein Überlebenskampf.
Die junge Res ist hart im Nehmen, stark wie ein Schmied und unermüdlich in ihrer Arbeit. Doch das Leben hat es nicht leicht mit ihr – ein unbarmherziger Vater, harte Arbeit in der Fabrik und ein Geheimnis, das schwer auf ihrem Herzen lastet. Als sie eines Tages zusammenbricht, wird ihr Leben dramatisch verändert. Zwischen den starren Regeln des Landlebens und der harten Fabrikwelt muss Res einen Weg finden, weiterzumachen. Kann sie inmitten der Kälte und Härte einen Funken Hoffnung entdecken? „Das Leben geht weiter“ ist eine eindringliche Geschichte über Stärke, Verzweiflung und den unaufhaltsamen Willen, trotz aller Widrigkeiten weiterzumachen.
Bibliografische Angaben
| Erstveröffentlichung | 17168 |
|---|---|
| E-Book-Ausgabe | 21.08.2024 |
| Seiten | 14 |
| ISBN (EPUB) | 978-3-68912-190-7 |
| ISBN (PDF) | 978-3-68912-191-4 |
| ASIN (Kindle) | B0DDMFQBTC |
| Verlag | EDITION digital |
| Sprache | deutsch |
Schlagwörter
BauernlebenEntbehrungenFabrikarbeitFamilienkonflikteGeheimnisseHoffnungslosigkeitLandlebenMutterschaftNeubeginnResilienzSchicksalsschlagSchwangerschaftStärkeTraditionenÜberlebenskampfUnerwartetes GlückVater-Tochter-KonfliktVerlustVerzweiflungWeibliche SolidaritätAlbFabrikWebereiArbeitsweltLeseprobe
Und dann kommt es doch früher, als sie dachte. Sie hat gerade die Kette ihrer Webmaschine gespannt, den Schalthebel eingedrückt, während sie mit der anderen Hand die „Lade“ vorzieht. Da spürt sie einen Stoß im Leib, als breche sie auseinander. Um Gottes willen, nur jetzt nicht! Sie macht einen Schritt, will hinaus und sinkt nieder.
Ihre Nachbarin, das Emmale, hat ihre Maschine schnell abgestellt. „Ist dir schlecht, Res?“ Auch die schwarze Marie, eine junge Frau, ist hinzugesprungen: „Was hast du?“ Plötzlich erkennen die beiden, worum es geht.
„Einen Arzt!“, ruft das Emmale.
„Nein, ach Mädels, helft mir doch!“, stöhnt die Res, während nun auch die Hilda, die Anni und die andern hinzukommen.
„Zurück! Seid wohl närrisch, alle von den Maschinen wegzurennen!“, fährt die Marie sie an. „Los, Anni, lauf zur Hebamme, zur Fräulein Minna, sie soll sofort hierher!“
„Lasst mich, Mädels, gebt mir ’ne Decke!“, bittet, mit den Zähnen wie vor Kälte klappernd, die Res. „Es hat ja keinen Wert mehr!“ Und plötzlich schreit sie auf.
Friedrich Wolf
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