
Herbert war glücklich, zu Hause zu sein. Man gönnte ihm gern die Ruhe. Mächtig viel hatte der Herbert von den letzten sechs Jahren zu erzählen. Abends versammelten sich die jungen Leute im Hause seines Bruders, ihm zuzuhören. Nur die Anna hatte so wenig Zeit, das „Fräulein Bürgermeister“. Das wurmte ihn. So ging er noch spät zu ihr. Sie hörte ihm eine Weile zu; dann meinte sie: „Ach, Herbert, lass einmal den Krieg! Denk an unsre Arbeit hier; das ist auch ein ständiger Kampf, aber für eine Sache, die sich lohnt.“
„Zu Befehl, Herr Feldwebel!“, knallte der Herbert heraus; er fasste sie an den Handgelenken, er wollte ihr zeigen, dass er immer noch der Mann sei; er riss sie an sich, sie zu umarmen. Aber die Anna hielt ihn von sich. Er konnte mit dem kräftigen Mädel nicht fertig werden.
„Aha, das darf die Bürgermeisterin nicht mehr!“, höhnte der Herbert.
„Alles zu seiner Zeit!“, sagte die Anna. „Und wenn ich will.“
Er ging hinaus und warf die Tür ins Schloss.
Die Anna und der Männerstreik
Die Erzählung aus dem Jahr 1947 behandelt zeitlose Themen wie Entschlossenheit, Gemeinschaft und den Wandel der Geschlechterrollen. In einer kleinen Dorfgemeinschaft kämpft die Bürgermeisterin Anna Berger unermüdlich für den Wiederaufbau nach dem Krieg. Doch als die Männer sich weigern, unter einer Frau zu arbeiten, beginnt ein einzigartiger Kampf der Geschlechter. Inmitten von Widrigkeiten und Vorurteilen beweist Anna, dass wahre Stärke und Führungskraft nicht an Geschlechtergrenzen gebunden sind. Diese kraftvolle Geschichte zeigt, dass Mut, Zusammenarbeit und eine klare Vision alle Herausforderungen überwinden können. Entdecken Sie eine inspirierende Erzählung, die auch in der heutigen Zeit nichts an Relevanz verloren hat.
Beschreibung
Die Erzählung aus dem Jahr 1947 behandelt zeitlose Themen wie Entschlossenheit, Gemeinschaft und den Wandel der Geschlechterrollen. In einer kleinen Dorfgemeinschaft kämpft die Bürgermeisterin Anna Berger unermüdlich für den Wiederaufbau nach dem Krieg. Doch als die Männer sich weigern, unter einer Frau zu arbeiten, beginnt ein einzigartiger Kampf der Geschlechter. Inmitten von Widrigkeiten und Vorurteilen beweist Anna, dass wahre Stärke und Führungskraft nicht an Geschlechtergrenzen gebunden sind. Diese kraftvolle Geschichte zeigt, dass Mut, Zusammenarbeit und eine klare Vision alle Herausforderungen überwinden können. Entdecken Sie eine inspirierende Erzählung, die auch in der heutigen Zeit nichts an Relevanz verloren hat.
Bibliografische Angaben
| Erstveröffentlichung | 17533 |
|---|---|
| E-Book-Ausgabe | 01.08.2024 |
| Seiten | 14 |
| ISBN (EPUB) | 978-3-68912-142-6 |
| ISBN (PDF) | 978-3-68912-143-3 |
| ASIN (Kindle) | B0DBG9K2V7 |
| Verlag | EDITION digital |
| Sprache | deutsch |
Schlagwörter
ArbeitskampfBauprojektBürgermeisterinDorflebenEntschlossenheitFrauenpowerFreundschaftFührungskraftGemeinschaftGeschlechterkampfInspirationMutNachkriegszeitSelbstbestimmungSolidaritätTraditionenVeränderungWiderstandWiederaufbauZähigkeitDie Anna und der MännerstreikMännerstreikAnna Berger1947Leseprobe
Herbert war glücklich, zu Hause zu sein. Man gönnte ihm gern die Ruhe. Mächtig viel hatte der Herbert von den letzten sechs Jahren zu erzählen. Abends versammelten sich die jungen Leute im Hause seines Bruders, ihm zuzuhören. Nur die Anna hatte so wenig Zeit, das „Fräulein Bürgermeister“. Das wurmte ihn. So ging er noch spät zu ihr. Sie hörte ihm eine Weile zu; dann meinte sie: „Ach, Herbert, lass einmal den Krieg! Denk an unsre Arbeit hier; das ist auch ein ständiger Kampf, aber für eine Sache, die sich lohnt.“
„Zu Befehl, Herr Feldwebel!“, knallte der Herbert heraus; er fasste sie an den Handgelenken, er wollte ihr zeigen, dass er immer noch der Mann sei; er riss sie an sich, sie zu umarmen. Aber die Anna hielt ihn von sich. Er konnte mit dem kräftigen Mädel nicht fertig werden.
„Aha, das darf die Bürgermeisterin nicht mehr!“, höhnte der Herbert.
„Alles zu seiner Zeit!“, sagte die Anna. „Und wenn ich will.“
Er ging hinaus und warf die Tür ins Schloss.
Friedrich Wolf
Weitere Bücher von Friedrich Wolf
Der Unbedingte - zwischen Wahn und Vision. Ein Schauspiel
Die schwarze Sonne - wenn Götzen stürzen. Fantastische Komödie mit Tanz und Gesang
Das bist du - eine Allegorie des Menschseins. Ein Schauspiel
Der neue Stern
Herbstliches Intermezzo
Das Heldenepos des Alten Bundes





