
Und weiter geht’s zurück über die endlose, eisige Kosakensteppe. Ein Glück, dass es endlich wieder Nacht wird. Man kauert sich hinter das Geschütz, buddelt sich in dem tiefen Schnee eine Mulde, hockt todmüde darin nieder und presst das gefrorene Brot unter dem Rock an die Brust, um es aufzutauen und weich zu kneten.
„Scheiß auf alles! Heut machen wir mal Fettlebe!“, sagt der Hannes jetzt; „ich habe hier ’ne Büchse Gulasch und Erbsen, Peter! Das muss mir ran! Wer weiß, ob’s meiner Mutter Sohn morgen noch schmeckt?“
Der Hannes hat seinen Dolch schon in das Konservenblech gestoßen und öffnet mit seinen klammen Fingern die Gulaschbüchse. Das alles ist hart wie Stein, total gefroren, geradezu trostlos.
„Mindestens dreißig Grad unter Null!“, konstatiert der Hannes.
„Und nirgends ein Stückchen Holz!“, ergänzt der Peter und kriecht tiefer in die Schneemulde.
„Bleib mal zehn Minuten ganz ruhig, alter Räuber!“ sagt Hannes. „Ich werd was zaubern!“
Der Tannenbaum
Die packende Erzählung aus dem Jahr 1942 fängt meisterhaft den Schrecken des Krieges und die Sehnsucht nach Heimat und Menschlichkeit ein. Erleben Sie die berührende Geschichte von Peter, Hannes und Ernst, drei unzertrennlichen Freunden, an der Ostfront des Zweiten Weltkriegs. Inmitten der eisigen Weiten der Kosakensteppe bei Stalingrad kämpfen sie nicht nur gegen den Feind, sondern auch gegen die unbarmherzige Kälte und den drohenden Tod. Trotz aller Widrigkeiten klammern sie sich an das kleine bisschen Hoffnung, das ein mitgeführter Tannenbaum symbolisiert. Diese bewegende Erzählung erinnert uns daran, dass selbst in den dunkelsten Zeiten der menschliche Geist nach Licht und Hoffnung strebt.
Beschreibung
Die packende Erzählung aus dem Jahr 1942 fängt meisterhaft den Schrecken des Krieges und die Sehnsucht nach Heimat und Menschlichkeit ein. Erleben Sie die berührende Geschichte von Peter, Hannes und Ernst, drei unzertrennlichen Freunden, an der Ostfront des Zweiten Weltkriegs. Inmitten der eisigen Weiten der Kosakensteppe bei Stalingrad kämpfen sie nicht nur gegen den Feind, sondern auch gegen die unbarmherzige Kälte und den drohenden Tod. Trotz aller Widrigkeiten klammern sie sich an das kleine bisschen Hoffnung, das ein mitgeführter Tannenbaum symbolisiert. Diese bewegende Erzählung erinnert uns daran, dass selbst in den dunkelsten Zeiten der menschliche Geist nach Licht und Hoffnung strebt.
Bibliografische Angaben
| Erstveröffentlichung | 15342 |
|---|---|
| E-Book-Ausgabe | 01.08.2024 |
| Seiten | 13 |
| ISBN (EPUB) | 978-3-68912-114-3 |
| ISBN (PDF) | 978-3-68912-115-0 |
| ASIN (Kindle) | B0D9RXM54S |
| Verlag | EDITION digital |
| Sprache | deutsch |
Schlagwörter
ErinnerungFreundschaftFrontGefechtHeimatHoffnungKälteKampfKosakensteppeKriegKriegserfahrungMenschlichkeitRussischer WinterRusslandSchicksalSehnsuchtSoldatenlebenSowjetunionStalingradÜberlebenVerlustWeihnachtenWinterPeterLeseprobe
Und weiter geht’s zurück über die endlose, eisige Kosakensteppe. Ein Glück, dass es endlich wieder Nacht wird. Man kauert sich hinter das Geschütz, buddelt sich in dem tiefen Schnee eine Mulde, hockt todmüde darin nieder und presst das gefrorene Brot unter dem Rock an die Brust, um es aufzutauen und weich zu kneten.
„Scheiß auf alles! Heut machen wir mal Fettlebe!“, sagt der Hannes jetzt; „ich habe hier ’ne Büchse Gulasch und Erbsen, Peter! Das muss mir ran! Wer weiß, ob’s meiner Mutter Sohn morgen noch schmeckt?“
Der Hannes hat seinen Dolch schon in das Konservenblech gestoßen und öffnet mit seinen klammen Fingern die Gulaschbüchse. Das alles ist hart wie Stein, total gefroren, geradezu trostlos.
„Mindestens dreißig Grad unter Null!“, konstatiert der Hannes.
„Und nirgends ein Stückchen Holz!“, ergänzt der Peter und kriecht tiefer in die Schneemulde.
„Bleib mal zehn Minuten ganz ruhig, alter Räuber!“ sagt Hannes. „Ich werd was zaubern!“
Friedrich Wolf
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