
Marianne, reisen wir wirklich einmal mit dem Wölkchen nach dem Osten, dort wo Rudi kämpfte, und die russische Steppe raucht von Brand, Glut und Blut! Ja, Marianne, das Wölkchen ist inzwischen schon eine dicke, große Wolke geworden, eine riesige, schwarze Rauchwolke, durchzuckt von Flammen und hochprasselnden Strohgarben des brennenden Dorfes, der flammenden Häuser und Hütten. Die deutschen Panzer sind durch das Dorf gewalzt. Die Alten, die fliehenden Frauen und Kinder, die ihre Beine so schnell nicht trugen, liegen erschossen am Wege; vernichtet von diesen aus weiter Ferne einbrechenden deutschen Soldaten. Die mühevolle Arbeit russischer Bauern, alles vernichtet, verbrannt und zerstampft. Aber da liegen am Dorfrand auch drei ausgebrannte, völlig zerschossene deutsche Panzer, und rings um diese herum etwa zwanzig gefallene deutsche Infanteristen mit Maschinenpistolen, alle schrecklich verstümmelt in einer großen Blutlache, unter ihnen ein Unteroffizier und ein Leutnant. Und über dem allen hängt eine große, dicke, schwarze Rauchwolke.
Das Wölkchen
Diese Erzählung stellt den Schrecken des Zweiten Weltkriegs auf eine ungewöhnlich subtile Weise dar. Marianne, ein junges Mädchen aus Deutschland, schreibt ihrem Liebsten an der Front einen zarten, romantischen Brief – nicht ahnend, dass ihre Worte ein grausames Schicksal begleiten. Was als unschuldiges Spiel mit einer Wolke beginnt, entfaltet sich zu einer bedrückenden Metapher für die Verwüstung, die der Krieg hinterlässt. Die Geschichte konfrontiert den Leser mit der Diskrepanz zwischen persönlicher Naivität und den verheerenden Realitäten des Krieges. Ein packendes Werk, das zum Nachdenken anregt und die grausame Wahrheit des Krieges eindringlich beleuchtet.
Beschreibung
Diese Erzählung stellt den Schrecken des Zweiten Weltkriegs auf eine ungewöhnlich subtile Weise dar. Marianne, ein junges Mädchen aus Deutschland, schreibt ihrem Liebsten an der Front einen zarten, romantischen Brief – nicht ahnend, dass ihre Worte ein grausames Schicksal begleiten. Was als unschuldiges Spiel mit einer Wolke beginnt, entfaltet sich zu einer bedrückenden Metapher für die Verwüstung, die der Krieg hinterlässt. Die Geschichte konfrontiert den Leser mit der Diskrepanz zwischen persönlicher Naivität und den verheerenden Realitäten des Krieges. Ein packendes Werk, das zum Nachdenken anregt und die grausame Wahrheit des Krieges eindringlich beleuchtet.
Bibliografische Angaben
| Erstveröffentlichung | 15342 |
|---|---|
| E-Book-Ausgabe | 04.09.2024 |
| Seiten | 15 |
| ISBN (EPUB) | 978-3-68912-198-3 |
| ISBN (PDF) | 978-3-68912-199-0 |
| ASIN (Kindle) | B0DFX7S8T9 |
| Verlag | EDITION digital |
| Sprache | deutsch |
Schlagwörter
FeldpostFrontbriefeHistorische FiktionKriegsgrauenKriegsopferKriegstraumaLiebesbriefMenschlichkeitMetapherMoralische FragenNaivitätPropagandaRauchwolkeRussische DörferSoldatenlebenUnschuldVerlorene UnschuldZerstörungZivilbevölkerungZweiter WeltkriegOstfrontRussische SteppeMarianneRudiLeseprobe
Marianne, reisen wir wirklich einmal mit dem Wölkchen nach dem Osten, dort wo Rudi kämpfte, und die russische Steppe raucht von Brand, Glut und Blut! Ja, Marianne, das Wölkchen ist inzwischen schon eine dicke, große Wolke geworden, eine riesige, schwarze Rauchwolke, durchzuckt von Flammen und hochprasselnden Strohgarben des brennenden Dorfes, der flammenden Häuser und Hütten. Die deutschen Panzer sind durch das Dorf gewalzt. Die Alten, die fliehenden Frauen und Kinder, die ihre Beine so schnell nicht trugen, liegen erschossen am Wege; vernichtet von diesen aus weiter Ferne einbrechenden deutschen Soldaten. Die mühevolle Arbeit russischer Bauern, alles vernichtet, verbrannt und zerstampft. Aber da liegen am Dorfrand auch drei ausgebrannte, völlig zerschossene deutsche Panzer, und rings um diese herum etwa zwanzig gefallene deutsche Infanteristen mit Maschinenpistolen, alle schrecklich verstümmelt in einer großen Blutlache, unter ihnen ein Unteroffizier und ein Leutnant. Und über dem allen hängt eine große, dicke, schwarze Rauchwolke.
Friedrich Wolf
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