
Ich holte tief Luft. „Fünftausend Mark sind nicht alle Welt, aber es reicht fürs erste."
Wir schwiegen. Ich versuchte zu kombinieren, wo der geheimnisvolle Tippgeber zu suchen sein könnte. Aber es war zwecklos, weil jeder Anhaltspunkt fehlte. „Ich habe einen Anwalt, Kommissar. Wir hatten beide schon beruflich miteinander zu tun. Ein alter Fuchs: Doktor Weißmüller wird sich morgen bei Ihnen melden."
Ich glaubte nicht richtig gehört zu haben. Handelte es sich um den Vater von Peter Weißmüller, dann war die Welt tatsächlich zu klein, und es bewahrheitete sich einmal mehr, dass München ein Millionendorf ist.
„Stimmt es, dass Sie im Bavaria mit Herrn Dührsen gesprochen haben?", lenkte ich das Gespräch in eine andere Richtung.
Sie nickte.
„Seit dem Tag ist er verschwunden."
„So?"
„Die Staatsanwaltschaft ist dadurch einen wichtigen Zeugen los. Einen Tag, bevor dieser Zeuge verschwand, haben Sie mit ihm unter vier Augen gesprochen. Ihr Vater steht unter Mordverdacht! Das wird ein geschickter Ankläger vortrefflich zu nutzen wissen, Fräulein Beckmeister."
Dunkelbraune Augen blitzten mich zornig an.
„Und Engstader ist ein vortrefflicher Ankläger", setzte ich ungerührt hinzu, um der jungen Dame jede Illusion zu nehmen und um ihr klarzumachen, in welche Lage sie ihren Vater manövriert hatte.
Gisela Beckmeister reagierte völlig anders, als ich erwartet hatte.
„Engstader also. Das auch noch", presste sie durch die Lippen.
„Kennen Sie ihn?"
Tödliches Alibi. Kriminalroman
In der Nähe eines Rastplatzes an der Autobahn München-Garmisch wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Reifenspuren als einziger Hinweis sind sehr wenig; unsere Ermittlungen scheinen sich ins Uferlose zu verlieren. Als wir endlich die Identität festgestellt haben, fällt die ganze Last des Verdachts auf den Mann, der zuletzt mit der Ermordeten gesehen wurde: Hans Beckmeister, Inhaber eines Eheanbahnungsinstitutes. Die Versicherungsangestellte Katja Krausner war seine Geliebte. Alle Indizien belasten ihn schwer, aber er leugnet die Tat, verzweifelt und beharrlich. Mehrere Spuren führen zu dem Motel "Bavaria". Die Clique, die sich dort eingenistet hat, könnte durchaus mit dem Mord zu tun haben.Ich, als rechte Hand von Kommissar Bauer, versuche in dieses Wespennest zu stechen. Und ich werde das Gefühl nicht los, dass Polizei und Justiz gegeneinander arbeiten. Der zunächst schwer belastete Beckmeister wird schließlich auf freien Fuß gesetzt, ich jedoch kann den wahren Mörder nicht präsentieren; …
Beschreibung
In der Nähe eines Rastplatzes an der Autobahn München-Garmisch wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Reifenspuren als einziger Hinweis sind sehr wenig; unsere Ermittlungen scheinen sich ins Uferlose zu verlieren. Als wir endlich die Identität festgestellt haben, fällt die ganze Last des Verdachts auf den Mann, der zuletzt mit der Ermordeten gesehen wurde: Hans Beckmeister, Inhaber eines Eheanbahnungsinstitutes. Die Versicherungsangestellte Katja Krausner war seine Geliebte. Alle Indizien belasten ihn schwer, aber er leugnet die Tat, verzweifelt und beharrlich. Mehrere Spuren führen zu dem Motel "Bavaria". Die Clique, die sich dort eingenistet hat, könnte durchaus mit dem Mord zu tun haben.
Ich, als rechte Hand von Kommissar Bauer, versuche in dieses Wespennest zu stechen. Und ich werde das Gefühl nicht los, dass Polizei und Justiz gegeneinander arbeiten. Der zunächst schwer belastete Beckmeister wird schließlich auf freien Fuß gesetzt, ich jedoch kann den wahren Mörder nicht präsentieren; auch er wird das Opfer eines obskuren Unternehmens.
Ein Kriminalroman aus der DIE-Reihe (Delikte, Indizien, Ermittlungen) des Verlages DAS NEUE BERLIN.
Bibliografische Angaben
| Erstveröffentlichung | 01.01.1974 |
|---|---|
| E-Book-Ausgabe | 27.10.2012 |
| Seiten | 229 |
| ISBN (EPUB) | 978-3-86394-855-9 |
| ISBN (PDF) | 978-3-86394-856-6 |
| ASIN (Kindle) | B00WY2OWYM |
| Verlag | EDITION digital |
| Sprache | deutsch |
Schlagwörter
MordKorruptionFluchtZuchthausAutobahn München–GarmischRastplatzReifenspurenMotel BavariaKommissar BauerHans BeckmeisterKatja KrausnerGisela BeckmeisterAnwalt WeißmüllerStaatsanwaltschaftverschwundener ZeugePolizeiermittlungEheanbahnungsinstitutDelikteIndizienErmittlungenLeseprobe
Ich holte tief Luft. „Fünftausend Mark sind nicht alle Welt, aber es reicht fürs erste."
Wir schwiegen. Ich versuchte zu kombinieren, wo der geheimnisvolle Tippgeber zu suchen sein könnte. Aber es war zwecklos, weil jeder Anhaltspunkt fehlte. „Ich habe einen Anwalt, Kommissar. Wir hatten beide schon beruflich miteinander zu tun. Ein alter Fuchs: Doktor Weißmüller wird sich morgen bei Ihnen melden."
Ich glaubte nicht richtig gehört zu haben. Handelte es sich um den Vater von Peter Weißmüller, dann war die Welt tatsächlich zu klein, und es bewahrheitete sich einmal mehr, dass München ein Millionendorf ist.
„Stimmt es, dass Sie im Bavaria mit Herrn Dührsen gesprochen haben?", lenkte ich das Gespräch in eine andere Richtung.
Sie nickte.
„Seit dem Tag ist er verschwunden."
„So?"
„Die Staatsanwaltschaft ist dadurch einen wichtigen Zeugen los. Einen Tag, bevor dieser Zeuge verschwand, haben Sie mit ihm unter vier Augen gesprochen. Ihr Vater steht unter Mordverdacht! Das wird ein geschickter Ankläger vortrefflich zu nutzen wissen, Fräulein Beckmeister."
Dunkelbraune Augen blitzten mich zornig an.
„Und Engstader ist ein vortrefflicher Ankläger", setzte ich ungerührt hinzu, um der jungen Dame jede Illusion zu nehmen und um ihr klarzumachen, in welche Lage sie ihren Vater manövriert hatte.
Gisela Beckmeister reagierte völlig anders, als ich erwartet hatte.
„Engstader also. Das auch noch", presste sie durch die Lippen.
„Kennen Sie ihn?"
Hans-Ulrich Lüdemann
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