
„Weshalb, Herr Pfarrer Schröder, hatten Sie nur noch die Wahl, ins KZ zu wandern oder …"
„Gestatten Sie, dass ich Ihnen einige Episoden aus dem heutigen Hitlerdeutschland oder besser gesagt Himmlerdeutschland erzähle. Dann werden Sie mich besser verstehen. Im letzten Jahr hatte in Hochdonn, einem kleinen Dorf in Dithmarschen, der Standartenführer der SS Pagel im Wirtshaus seine Mannschaft versammelt. Er spricht: … und bald wird mit der Kirche Schluss gemacht! Da erhebt sich der Bauer Hinrich Tews aus Windbergen, der gerade anwesend ist: Standartenführer, das war eine deutliche Rede, darauf sollst du eine klare Antwort haben. Wenn du an unseren Glauben willst, dann schmeißen wir dir das Braunhemd vor die Füße! Tews war damals noch Bürgermeister und Amtsträger der Partei. Hinter ihm erhebt sich der Schmied Stange: Ich will mal bloß dasselbe sagen wie Hinrich. Und so geht das weiter, bis der Standartenführer nervös erklärt, das sei, bloß seine Privatmeinung und nicht parteioffiziös. Jetzt verstehen Sie vielleicht, Herr Doktor, weshalb Himmler heute Innenminister wurde und Frick ablöste.“
„Standen Sie denn nicht unter dem Schutz gerade Ihrer Bauern, Herr Pfarrer?“
Können wir noch schweigen? Gespräch mit einem Wehrmachtspfarrer
Der Wehrmachtspfarrer Johannes Schröder, Mitglied der bekennenden Kirche, tritt in einen Dialog, der die moralischen Zerrissenheiten des Dritten Reiches beleuchtet. In russischer Kriegsgefangenschaft erkennt er die Fehler der Vergangenheit und die Dringlichkeit, endlich für die Wahrheit einzustehen. Schröders Erzählung über das Schweigen und die Kompromisse vieler Pfarrer im nationalsozialistischen Deutschland lassen den Leser mit der Frage zurück: Ist es jemals zu spät, das Schweigen zu brechen? Ein bewegendes Zeugnis eines inneren Kampfes zwischen Glaube, Pflicht und Menschlichkeit.
Beschreibung
Der Wehrmachtspfarrer Johannes Schröder, Mitglied der bekennenden Kirche, tritt in einen Dialog, der die moralischen Zerrissenheiten des Dritten Reiches beleuchtet. In russischer Kriegsgefangenschaft erkennt er die Fehler der Vergangenheit und die Dringlichkeit, endlich für die Wahrheit einzustehen. Schröders Erzählung über das Schweigen und die Kompromisse vieler Pfarrer im nationalsozialistischen Deutschland lassen den Leser mit der Frage zurück: Ist es jemals zu spät, das Schweigen zu brechen? Ein bewegendes Zeugnis eines inneren Kampfes zwischen Glaube, Pflicht und Menschlichkeit.
Bibliografische Angaben
| Erstveröffentlichung | 15707 |
|---|---|
| E-Book-Ausgabe | 24.09.2024 |
| Seiten | 14 |
| ISBN (EPUB) | 978-3-68912-273-7 |
| ISBN (PDF) | 978-3-68912-274-4 |
| ASIN (Kindle) | B0DFB6K41Y |
| Verlag | EDITION digital |
| Sprache | deutsch |
Schlagwörter
Christliche StandhaftigkeitDialog mit dem FeindEvangelischer DivisionspfarrerEvangelische KircheGlaube und MoralHimmlerdeutschlandHitlerdeutschlandInnere ZerrissenheitKriegsgefangenschaftKZ-DrohungMartin NiemöllerMut zur WahrheitNationalsozialismusSchweigen brechenSS-KommandosTheologische KonflikteWahrheitssucheWehrmachtoffizierWehrmachtspfarrerWiderstandJohannes Schröderbekennende KircheDrittes Reichrussische KriegsgefangenschaftLeseprobe
„Weshalb, Herr Pfarrer Schröder, hatten Sie nur noch die Wahl, ins KZ zu wandern oder …"
„Gestatten Sie, dass ich Ihnen einige Episoden aus dem heutigen Hitlerdeutschland oder besser gesagt Himmlerdeutschland erzähle. Dann werden Sie mich besser verstehen. Im letzten Jahr hatte in Hochdonn, einem kleinen Dorf in Dithmarschen, der Standartenführer der SS Pagel im Wirtshaus seine Mannschaft versammelt. Er spricht: … und bald wird mit der Kirche Schluss gemacht! Da erhebt sich der Bauer Hinrich Tews aus Windbergen, der gerade anwesend ist: Standartenführer, das war eine deutliche Rede, darauf sollst du eine klare Antwort haben. Wenn du an unseren Glauben willst, dann schmeißen wir dir das Braunhemd vor die Füße! Tews war damals noch Bürgermeister und Amtsträger der Partei. Hinter ihm erhebt sich der Schmied Stange: Ich will mal bloß dasselbe sagen wie Hinrich. Und so geht das weiter, bis der Standartenführer nervös erklärt, das sei, bloß seine Privatmeinung und nicht parteioffiziös. Jetzt verstehen Sie vielleicht, Herr Doktor, weshalb Himmler heute Innenminister wurde und Frick ablöste.“
„Standen Sie denn nicht unter dem Schutz gerade Ihrer Bauern, Herr Pfarrer?“
Friedrich Wolf
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